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XK120-150, D Type, E-Type, MK, 420(G), S-Type  >>  Erfahrungen mit Kolbensatz , Kurbelwellenabdichtung V12
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Autor weitere Bemerkungen
V12Luxus
registrierter Benutzer
Gotha



BeitragVerfasst am: Di 13 Okt, 2020 16:42    Titel: Erfahrungen mit Kolbensatz , Kurbelwellenabdichtung V12  

Hallo Jag Freunde und Motorenspezis,
in den Wintermonaten steht eine Motoreninstandsetzung EV12 an. Da meine eigene Instandsetzung nun schon über 15 Jahre her ist habe ich zwei Fragen bei deren Beantwortung ich auf eure Erfahrungen hoffe.
1. Ist die Verwendung des Standard Kolben/Buchsen Sets (z.B. SNG 18206/SET/1) zu empfehlen? Gibt es Alternativen oder gleich Umbau auf 6,0l ?
2. Hat jemand schon die Kurbelwellenabdichtung SNG JLM 10613 verbaut oder eine Alternative ? Wie ist das Ergebnis zu bewerten?
Da der Arbeitsumfang doch schon etwas aufwendiger ist möchten wir meinen Oldtimerfreund seinen EV12 gerne einen Motor spendieren der aus heutiger Sicht "up to date" ist. Ich habe schon einiges , auch im Forum, darüber gelesen bin mir aber nicht sicher ob das noch aktuell ist. Wir freuen uns über jeden Hinweis und jede Erfahrung zu den genannten Fragen.
Viele Grüße aus der Mitte
Matthias Lux
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Nichtschwimmer
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BeitragVerfasst am: Mi 14 Okt, 2020 8:22    Titel:  

Moin,

bei mir steht auch die Überholung eines V12 an so dass ich wahrscheinlich dieselben Fragen habe. Das Piston/Liner Set hat eine Verdichtung von 7,8:1. Das würde ich nicht einbauen. Es gibt allerdings bei sng (anrufen) und Limora 9:1 Kolben. Andere Bezugsquellen habe ich noch nicht gefunden.

Bob Beere bietet diverse Sets zur Hubraumerhöhung an, 6,0 und mehr. 6,0 und weitere Optimierungen an Ansaugtrakt, Vergaser und abgasanlage überlege ich mir auch, damit die Fuhre richtig aus dem Kreuz kommt.

Beim vorderen KW-Simmering von sng scheint die Distanzhülse dabei zu sein. Grds.würde ich bei solchen Teilen die bestmögliche Qualität einbauen. Interessant scheint mir auch die Simmering-Konversion der hinteren KW-Dichtung von Rob Beere zu sein. Gibt's hierzu Erfahrungen?

Du hast vor länger Zeit geschrieben, dass du den Motor auf dem Pürfstand hast laufen lassen. Wie waren deine Erfahrugnen damit?

Grüsse Udo
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Woolfi
registrierter Benutzer
Dreieich / Frankfurt



BeitragVerfasst am: Mi 14 Okt, 2020 10:53    Titel:  

"Bob Beere bietet diverse Sets zur Hubraumerhöhung an, 6,0 und mehr. 6,0 und weitere Optimierungen an Ansaugtrakt, Vergaser und abgasanlage überlege ich mir auch, damit die Fuhre richtig aus dem Kreuz kommt."
Ich habe vor ca. 15 Jahren Jahren eine komplette 6,0 L Anrtriebseinheit Motor und Getriebe aus einem XJ81 für 1500 Euro gekauft. Nah Verkauf der Einspritzteile und der Automatik hat mich der motor ca 400 Euro gekostet.
Den Einbau mit Anpassung von 2 Bohrungen für die Befestigungsschrauben zum Getrag-Getriebe habe ich machen lassen. Dazu muß ein Fachmann oder einer der wirklich kann eine Bohrschablone anfertigen. um die Bohrungen genau zu setzten.
Die Anpassung der Vergaser und die Zündanlage habe ich selbst in ca. 50 Stunden Arbeit gemacht.
Dieser 6,0L Motor ist von Ford un vielen Details überarbeitet worden und soll entsprechend besser sein. Der 6,0L Motor hat hinten schon einen Simmering.
Der Motor hat aufgrund des Hubraums ca. 14% mehr Drehmoment und das auch noch bei einer etwas niedrigeren Drehzahl. Der Unterschied im "Bumms" war für mich spürbar.
Vermutlich geht eine Überholung des originalen V12 Motors plus eine Hubraumvergrößerung auf 6,0 L kräftig in's Geld. Deswegen halte ich den Umbau auf den 6,0L HE Motor der 93er Limousine (MIT Verteiler !) für eine erwägenswerte Alternative.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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Nichtschwimmer
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BeitragVerfasst am: Mi 14 Okt, 2020 11:12    Titel:  

Hallo,

das ist sicher eine Option. Die Motoren sind sicher besser und sparsamer (HE). Ich schaue mich auch nach 6.0-Motoren um. Leider sind die Preise heute deutlich höher. Ich gehe mal davon aus, dass ich einen solchen Gebrauchtmotor auch überholen werde. Einen alten Motor in ein komplett neu aufgebautes Auto einbauen ist nicht mein Ding. Zum "Bumms": Wie spürbar ist der Leistungsgewinn? Lohnt es sich auch bei einer Automatik. Ich möchte die Automatik drinlassen.

Grüße Udo
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Woolfi
registrierter Benutzer
Dreieich / Frankfurt



BeitragVerfasst am: Mi 14 Okt, 2020 12:17    Titel:  

"Zum "Bumms": Wie spürbar ist der Leistungsgewinn? Lohnt es sich auch bei einer Automatik. Ich möchte die Automatik drinlassen."
Das kann ich schwer beantworten, ob man das auch bei einer Automatik so deutlich spürt, dass sich der Umbauaufwand lohnt.
Mir persönlich ist die Mehrleistung dabei aufgefallen, wie der Wagen jenseits von ca. 140 km/h loslegte. Wirklich beurteilen kann man es nur, wenn man vorher und nachher einen Vergleich gegen einen anderen bekannten Wagen fährt.
Wenn ich einen 5,3er fahren würde, würde ich die mittleren Töpfe längs mit 45 mm durchschlagen und die vorderen "Luftfiltereinlaßtrompetchen", die ähnlich wie ein B-Kadett 32 mm Innendruchmesser haben, durch zwei dünnwandige Aluminiumrohre von mindestens 45 mm Innendurchmesser. Damit diese Änderung funktioniert, MÜSSEN allerdings die Düsennadeln am Profil verändert werden, was nicht so einfach ist. Fertig zu kaufen gibt es da nix.
Diese beiden Änderungen bringen ca. 15 - 25 PS. Außerdem klingt der Wagen dann bei gleichem Sound etwas sportlicher / würziger. Er wird auch nur etwas lauter. Sound plus Mehrleistung bei geringen Kosten sind meiner Meinung nach eine Freude bereitende Verbesserung. Alles andere geht schwer in's Geld.
Der Eingang der beiden Rohre in den hinteren Auspufftopf hat an der engsten Stelle direkt am Topf auch nur ca. 40 - 43 mm Innendurchmesser. Da könnte (???) auch Verbesserungspotential liegen.
Ca. 5 cm vor den Ausgang aus den beiden vorderen Hosenrohr ist auch eine leistungsverringernde Stufe, die sich abfräsen läßt.
Auch da vermute ich eine paar PS liegen.
Wenn man eh alles auseinandergenommen hat, lassen sich die Änderungen am Auspuff rel. leicht machen.
Ich habe einen Artikel aus einem englischen Jaguar-Magazin, in dem die heimlichen "Veränderungen" vom Werk am ersten Testwagen, den Journalisten in Italien testfahren konnten, beschrieben werden. Luftfiltereinlass und Endtopf wurden verändert, damit der Wagen die 145 mph-Grenze knackt und nicht langsamer ist, als die ersten auch "bearbeiteten" 3,8er Wagen.
Ich sage es noc einmal: Problematisch ist die Veränderung des Vergasernadelprofils, ohne das der Motor deutlich schlechter läuft. Das ist der Grund, warum von Dummies seit jahrzehnten hartnäckig behauptet wird, dass ein Motor "Rückstau" im Auspuff braucht. Wenn man den Rückstau im Auspuff verringern würde, wäre das Drehmoment niedriger. Absoluter Schwinnsinn ! ! ! Die Leute sind einfach zu blöd zu begreifen, dass durch es durch die Veränderungen zu einer Abmagerung des Gemischs kommt und diese Abmagerung zum Leistungsverlust führt. Zu einer wirklich funktionieren Sportauspuffanlage für Motorräder werden von seriösen Anbietern andere Vergaserdüsen oder Vergsasernadeln miutgeliefert. Wenn allerdings eine angebotene Auspuffanlage vom Anbiete nur "Sportauspuffanlage" genant wird, aber den Abgasgegendruck nicht absenkt, braucht man auch keine veränderten Vergaser.
Richtig ist allerdings, dass motornahe Auspuffkrümmer mit geringerem Durchmesser, im unterem Drehzahlbereich ein etwas höheres Drehmoment verursachen, obenrum aber weniger. Das hat aber sehr wenig mit Staudruck zu tun, sondern mit Schwingverhalten der Auspuffgassäule im vorderen Teil der Auspuffanlage.
Rainer aus HH, der an seinem 5,3er Automatikwagen sehr ähnliche Veränderung vorgenommen hat, wird sich dazu sicherlich noch äußern.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: Mi 14 Okt, 2020 16:38    Titel:  

Hallo Udo,

ich kann da Wolfgang nur recht geben.

Den großen Unterschied von 5.3 auf 6.0 wird man beim Ampelbeschleunigen nicht merken. Der V12 ist eher wie eine Diesellok und profitiert vom hohen Drehmoment. Daher wird man die vielleicht 15PS Mehrleistung beim 5.3Liter von 7,8 auf 9,0 Compression oder von 5.3 auf 6,0 eher ab 150Km/h merken, wenn er dann besser weggeht.

Ob Schalter oder Automatik ist egal wenn es um den Unterschied geht. Mit nur 3 Gängen ist die BW12 bei dem Drehmoment des 5.3 oder sogar 6.0 sehr gut in der Beschleunigung. Hinzu kommt, dass sie schneller hoch schaltet, als man mit der Hand schalten kann und das auch nicht so oft wie beim originalen 4-Gang oder sogar 5-Gang GETRAG. Das Runterschalten der BW12 oder Sportliches Fahren ist natürlich nicht wirklich gegeben. Aber man kann ja auch manuell mit der BW12 schalten. Wichtig ist eine bessere Drehfreudigkeit.

Damit der Motor nicht nur „Drehmoment“ hat, muss er drehfreudig von 1.000 bis 6.000U werden und das geht nur:

- wenn mehr kalte Ansaugluft rein kommt, also von 2 x 32mm auf 2 x 58mm Innendurchmesser ändern. Nadelprofil muss geändert werden.

- wenn mehr Abgase rauskönnen. Also Erhöhung der Abgasmenge durch größere Abgasrohre vom Krümmer, Hosenrohre und Abgasrohre und eine höhere Abgasgeschwindigkeit durch entfernen der engen Nossel im Übergang Krümmer zu Hosenrohre, Prallbleche in den Mitteltöpfen und Endpott. Daher habe ich mir eine Abgasanlage mit fetten Rohren und durchgängigen Siebrohren nach dem Absorbionsprinzip selbst gebaut/ geschweißt. Hosenrohre 58-55mm, Mitteltöpfe 70mm wegen den Siebrohren und hinten 60mm. Ich habe den hinteren Endtopf mit der 4-Rohrflöte komplett entkernt. Nun gehen dort 60mm rein und 4 x 45mm raus. Das bringt 10-15% mehr Leistung zur Serie. Nadelprofil muss geändert werden.

- und mehr Drehfreudigkeit ab 4.000U bekommt man nur durch Umbau der OPUS, die original nur Max 28KV, meist aber nur 15-20KV liefert, auf die REOPUS-Hall oder noch besser die von SNG mit dem HEI-Modul und Verteilerumbau auf den „Morgenstern“. Nur so hat man genügend Zündleistung bei dem vielen Sprit bei einem AFR von 12,5.

Die originalen Mitteltöpfe haben vorne und hinten Siebrohre die am Ende zu sind und eine kleine Box in der Mitte des Mitteltopfes. Nur das Durchstoßen bringt nicht viel, da dann alle Abgase im Mitteltopf vorne offen hin und her schwirren, durch die kleine Mittelbox müssen und dann sich hinten im Mitteltopf wieder unkontrolliert den Ausgang suchen müssen, um rauszukommen. Besser ein durchgängiges Rohr als Siebrohr. Hinten mit dem Endtopf das gleiche. Es gehen nur 2 x 43mm Innendurchmesser dort in ein geschlossenes Siebrohr über 2 Kammern.

Usw. usw.

VG
Rainer
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Woolfi
registrierter Benutzer
Dreieich / Frankfurt



BeitragVerfasst am: Mi 14 Okt, 2020 19:34    Titel:  

"Nur das Durchstoßen (der beiden vorderen Mitteltöpfe) bringt nicht viel, da dann alle Abgase im Mitteltopf vorne offen hin und her schwirren, durch die kleine Mittelbox müssen."

Das ist glaube ich ncht so ganz richtig. Ich habe diese Konstellation in meinen EV12 zusammen mit dem hubraumstärkeren 6,9L Motor. Ein Anhaltspunkt, ob die Widerstand der Abgasanlage zu hoch ist, ist der im Gußkrümmer gemessene maximale Abgasgegendruck bei Vollast und im der Drehzahlbereich der höchsten Leistung zwischen 5000 und 6000 U/min. Ich habe das im Fahrbetrieb gemessen und erhielt einen Maximalwert von 0,2 bar. Hochwertige (!) Sportauspuffanlagen kommen da auf maximale Werte von 0,05 bar. Es gibt Formeln um aus einer Verringerung des Abgasgegendrucks auf die zu erwartende Mehrleistung zu schließen . Wenn ich mich richtig erinnerem kan ich bei einer überschlägigen Kalkulation auf einen Zuwachs von unter 10 PS, wenn ich durch eine widerstandsärmere Schalldämpferanlage meinen Abgasgegendruck von 0,2 auf 0 ,05 bar reduziere. Ich bin noch am überlegen, ob sich das lohnt.
Die "Konstruktion" der vorderen Schalldämpfer mit längs durchschlagener Expansionsvorkammer und dahinterliegender Siebrohrkammer hat meiner Meinung nach den Vorteil, dass man deutlich weniger "Brumm" hat, als die typischen "glatten" Konstruktionen aus Rohren und Siebrohrboxen, durch die man von hinten bis vorne durchschauen kann. Diese "Rohre" wirken wie eine Orgelpfeife und es kommt aufgrund der Länge zu deutlichen Brummfrquenzen schon im Standgas. Mich würde dieser Sound nerven.
Wenn allerdings der hintere Schalldämpfer noch mit "Innereien" vorhanden ist, dürfte der "Brumm" deutlich schwächer sein, als mit glatten Rohren oder Absorptionsschalldämpfern.
Man muss halt experimentieren, bis man in die Nähe seines Wunschsounds kommt. Sound und ABE fertig zu kaufen, gibt es nicht. Allerdings klingt ein originaler EV12 auch nicht schlecht.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: Mi 14 Okt, 2020 23:16    Titel:  

Moin Wolfgang,

Du musst das auch nicht glauben oder verstehen und ich will Dich auch nicht bekehren. Ich schreibe hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen und was ich von Abgasanlagen weiß. Ich habe es Dir und auch hier schon mehrfach geschrieben, dass ich die Mitteltöpfe meines originalen frühen EV12, die aus 2-lagigem Blech bestehen mit der Flex U-förmg aufgeflext habe und die Innereien wie Siebrohr und Käfig mit Stahlwolle entfernt habe. Lediglich diese 100mm lange und über die gesamte Breite Box in der Mitte des Mitteltopfes bekam ich nicht raus. Wäre zu aufwendig. Das Zuschweißen war tricky, soll ja auch nicht später klappern. Ich hatte nun also einen Leeren Mitteltopf bzw. 2, der innen von einer zentralen Box in 2 Kammern getrennt war. Auch bei dem Aufwand noch völlig weit entfernt von einem durchgängigen Rohr was Leistung bringt, aber dafür zu laut und ohne Sound wäre. Das war vor ca. 8 Jahren, bevor ich mir 4 Abgasanlagen und zahlreiche Änderungen über 4 Jahre selber gebaut habe.

Original prallen die Abgase am Eingang des Mittelpottes an ein geschlossenes Siebrohr und müssen sich durch die kleinen Löcher zwängen, dehnen sich in der ersten Kammer aus, zwängen sich durch das enge Rohr in der Mittelbox, gelangen in die zweite Kammer, dehnen sich wieder aus, dann gehts wieder durch die Löcher der Siebrohre und raus aus dem Mittetopf. Hinzu kommt, dass um die Siebrohre noch ein Drahtkäfig mit gefüllter Stahlwolle ist.

Nur ein einfaches Durchstoßen, wie Du es gemacht hast :-) ändert nichts daran, dass die Abgase trotzdem durch ein 250mm langes Rohr, dann offene Kammern, wieder durch ein 100mm langes Rohr, dann durch eine offene Kammer, um dann das enge Ausgangsrohr endlich verlassen zu können. Dieses ganze soll eben Lärm schlucken, kostet aber viel Leistung. Du kannst bei Deinem messen was Du möchtest. Hättest Du Mitteltöpfe mit einem durchgängigen originalen 52mm Rohr wäre es erheblich besser und Du müsstest erneut die Nadelprofile wieder dünner schleifen und hättest mehr Leistung. Was man nicht kennt, wird man auch nie vermissen. Dein Durchhauen der Siebrohre hat nun wirklich nichts mit Tuning zu tun. Entweder man macht es richtig oder gar nicht. Meine Meinung, aber jeder wie er will.

Meine Version 1 und 2 mit Mittelpötten in Absorbionsdämpfern mit 55mm Siebrohren brachten zu wenig Sound mit dem hinteren Pott und als Coupé. Da mich immer diese Mittelbox mitten in den entkernten originalen Mittelpötten nervte, die ich nicht rausbekam, wollte ich es wissen. In meiner Version 3, nahm ich Mittelpötte, aber komplett leer mit Ein- und Ausgang 70mm. Diese Anlage hatte ich auch mal eine Tag probegefahren. Im Leerlauf eher unscheinbar, aber bereits kleine Gasschübe und er kreischte wie ein reinrassiger V12 Ferrari mit 120dBA. Bereits bei 3.000U und Vollgas drehten sich alle schon 100m um, bevor ich kam. Viele fanden den Sound geix, aber nur laut lass ich dem italienischen Ramsch.

Zwischen den Versionen experimentierte ich und letztendlich sägte ich diese beiden engen originalen 48mm Rosetten zwischen Krümmer und Hosenrohr ab und nahm statt 52mm Hosenrohren und baute mir selber welche letztlich in 55mm. Größer wollte ich nicht, sie passen üblicher Weise in der Größe wie bei anderen V12 bis 6Liter Hubraum.

Meine Abgasanlage Version 4.0 ist bis 2.500U tief im Sound und danach brüllt er wie ein V12 klingen muss. Eben ein Growler. Dekadent, aber nicht prollig oder nervend brummend. Genau passend für ein Coupé, aber sicher für ein Cabrio zu laut. Wie gesagt der hintere Pott mit dem 4-fach Endrohr habe ich völlig entkernt und 60mm dicke Rohre eingeschweißt, raus gehen 4 x 45mm. Das Volumen rein und raus passt 100%. Meine ovalen Mittelpötte sind 5mm größer als original und mit 700mm so lang wie original. Aber es ist ein fettes 70mm dicke Siebrohr, wobei ca. 400mm sind Siebrohr und ca. 300mm sind Glattrohr. Das gesamte 70x700mm Rohr im Mitteltopf ist mit einer stabilen 10mm starken Glasfasermatte fest umwickelt. Der Rest ist voll mit Glasfaserwolle. Nie wird von dem Zeug was rausfliegen und daher wird er auch nie lauter. Ich habe diese Pötte bei der Fa. FOX perfekt für wenig Geld anfertigen lassen. Die Rohre habe ich perfekt um die Ölwanne und Getriebe geführt. Alle Rohre sind zusätzlich 3-Fach mit dickem Hitzeschutzband umwickelt. Sie entwickelt eine enorm hohe Abgasgeschwindigkeit bei 29% mehr Abgasvolumen, so dass das 4-fach Endrohr schnell 250 Grad heiß wird. Ab 4.000U gibt es einen Schub, da durch den hohen Unterdruck in der Abgasanlage eine passive Aufladung entsteht, was zur Folge hat, dass bei Überschneidung der Ventile zusätzlich das Benzingemisch in die Brennkammer von dem vorigen Auslasstakt gesogen werden. Du beklagst ja immer die Drehfreudigkeit bei Deinem 5.3 und nun 6.0 trotz HEI Zündanlage, dass hat meiner ganz und gar nicht. Alles ist in Sachen Leistung, Lautstärke und Platzverhältnissen so konstruiert, dass alles perfekt passt. Eine meiner weiteren Intentionen war die originale Optik zum Original. Insbesondere dieses in der Automobilgeschichte einzig malige 4-fach Endrohr musste unbedingt erhalten bleiben, auch wenn etwas Leistungfressend. Alles andere ist eine Verstümmelung. Eine weitere Optimierung ist kaum möglich. Sie kam nur um 600€ EK. Meine großen Mittelpötte haben um ein Vielfaches mehr an Volumen als die Absorbionsdämper, die als TT in England verkauft werden, gleiches bei den dünnen Glaspacks. Ich habe einige Anfragen zum Bau von Abgasanlagen, aber ich habe mit meinen 4 Oldis und 2 Bikes genug zu tun.

Alles was übrig blieb, also 4 Pötte, Glasfasermatten, Glasfaserwolle, Siebrohre, Glattrohre habe ich mit etwas Verlust an liebe Jaguar Freunde verkauft. Und die beiden saulauten 90mm Glaspacks hatte ich Dir ja verkauft, aber Du hast ja nie was damit gemacht. Die Glaspacks, eben mit Siebrohr, aber die Löcher nicht gestanzt, sondern klaffend, waren ja bei meinem Kumpel Martin drunter, der seit dem die blechernd klingende Sportabgasanlage von Bell drunter hat.

Der kürzeste Weg für die höchste Leistung ist ein Glattrohr, wie wir/ ich sie im Jaguar Classic Rennsport von Krümmer bis Endrohr ohne Pott fahren. Auf bestimmten Strecken ist die Lautstärke reglementiert und wir müssen dann Töpfe verbauen, die zwar auch mit einem durchgängigen Rohr, aber einem Siebrohr, aufgebaut sind. Die Fressen im Vergleich zum Glattrohr, ohne jeglichen Pott, aber um 40PS beim 3.8 Jaguar.

Manchmal überlege ich ja ihn auf einen Schalter umzubauen, aber die BW12 mit meinem langen 2.88er LSD ist schon was feines und ich fahre doch keine Rennen mit dem. Ich habe ja schon 3 Schalter. So, nun reichts mit dem Roman.

VG
Rainer
Wer liefert was?
      
Nichtschwimmer
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BeitragVerfasst am: Do 15 Okt, 2020 8:54    Titel:  

Moin, moin,

sehr interessante Ausführungen, die meine Überlegungen weiter bringen. Näheres zum Stand der Dinge:

Es ist ein Cabrio. Die Abgasanlage sollte nicht zu laut sein. Das habe ich hinter mir und laut nervt mich mittlerweile. Italienisches V12-Brüllen ab 2500 U/min will ich nicht. Das Ziel mit mehr Durchsatz ist klar. Die Umsetzung noch nicht ganz. @Rainer: hast du auch die Töpfe selbst hergestellt oder kann man so was kaufen? Wie bekommt man deine Konstruktion cabriotauglich hin?

Der Motor scheint fest zu sein. Ob er überholbar ist bzw. ob ich ihn überhaupt auseinander bekomme (den Abzieher für den Zylinderkopf kenne ich) weiss ich nicht. Ob 6.0 oder 5.3 bei einer Überholung muss ich mir überlegen, es hängt vom Aufpreis des 6.0 ab. Die Verdichtung will ich auf 9,1 erhöhen, was teurer ist als 7,8.

Die Vergaser sind so wie der Rest vom Auto. Statt einer Überholung überlege ich mir eine Umrüstung auf SU, weil es eine große Auswahl an Nadeln gibt, mir der SU sympatischer ist und die Anlage neu wäre. Was spricht dagegen?

Automatik bleibt, will ich so und ich habe eine überholte BW12.

Differential: Ich habe noch nicht nachgeschaut, aber die US-Modelle haben 3,31, also zu kurz. Ich überlege ob 2.88 wie beim Serie 2 oder 3.07. Mit dem Cabrio werde ich keine langen Strecken Autobahn fahren. Ein bischen mehr Frische im Antritt wäre nicht schlecht.

Bis es soweit ist, dauert´s aber noch etwas. Zuerst muss der Serie 1 "back on the road".

Grüße Udo
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Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: Do 15 Okt, 2020 21:54    Titel:  

Hallo Udo,

ja, ich ließ mir 3 paar 700mm lange Mitteltöpfe von Fa FOX bauen. Ein paar mit 52mm Siebrohren/ Absorbionsdämpfer, waren mir für mein Coupé zu leise, dann ein paar mit 70mm Siebrohren/ Absorbionsdämpfer, die ich letztlich nun benutze und zum ausprobieren noch ein paar komplette leere Mitteldämpfer, nur mit 70mm Flanschen, die ich mit unterschiedlich langen Sieb- und Glattrohren wie bei einer Posaune bei laufendem Motor schieben konnte, so dass sich der Sound entsprechend änderte. Dazu eine große 10mm starke feste Glasfasermatte, genügend Glasfaserwolle und VA Gitter. Ein großes Problem sind auch die Rohrbögen und Rohre. Viele Hersteller biegen die mit Schrottmaschinen, so dass sie sich im Rohrbogen verengen. Aber auch die Durchmesser und Aufweitungen müssen im kompletten Strang passen. Letztendlich wollte ich ja keine Kanten und Übergänge in den Rohren.

Es ist beim V12 Zweiventiler, eben mit so vielen Zylindern, nicht einfach einen Sound zu kreieren, der im Leerlauf, Teillast und Volllast gut klingt, und dann mit meinen Mitteln. Ich wollte weder ein nerviges Brummen, noch ein blechernden Edelstahl Sound, wie üblich bei allen wie z.B. von Bell. Der Auspuffbau hat mir in den 4 Jahren viel Spaß gemacht. Es gibt sicher nicht viele, die solche Erfahrungen, privat und geschäftlich, wie ich beim EV12 in Sachen Abgasanlagen gesammelt habe. Was von der Stange runter bauen kann jeder. Mein Töchterchen saß dann immer für den Soundtest im aufgebockten Auto und gab Gas und ich drehte die Soundvideos.

Wie laut er werden soll ergibt sich durch die Dicke der Rohre vor und hinter den Mitteltöpfen und eben das Verhältnis Sieb- und Glattrohr durch den Mitteltopf. Wie gesagt, auf den hinteren Pott würde ich optisch nicht verzichten.

Als Alternative könnte man auch eine billige originale Abgasanlage in VA oder besser in Mildsteel kaufen und umbauen. Also die Mitteltöpfe öffnen und innen neu durch Straight Through ersetzen. Die hinteren beiden Rohre, die im Endtopf sind, durch dickere ersetzen und den Endpott komplett entkernen. Das geht im geschlossenen Zustand mit kleiner Flex und langen Elektroden und viel Strom, ohne ihn zu öffnen. So bekommt man mit Geduld die Prallbleche und engen Siebrohre raus. Vorne im Übergang von den 2:1 Hosenrohren zum Hosenrohr unbedingt die vielen dicken Innenkanten mit HSS Fräsköpfen und biegsamer Welle und Bohrmaschine weg fräsen. :D

Viel Spaß
Rainer
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Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: Do 15 Okt, 2020 22:06    Titel:  

Ja, die US EV12 Modelle haben 3.31:1 LSD, aber das ist länger als die Schalter mit 3.54:1. Willst Du Ampelrennen bleib beim 3,31 dann dreht er aber bereits nervend hoch und laut bei 100. Willst Du cruisen, dann nimm das 2,88 mit nur 2.300U bei 100 wie ich. Dann nimm doch lieber das 3,07. Mit meinen nun echten 300PS konnte ich das stark untersetzte 2,88 mit der BW12 gut kompensieren.

VG
Rainer
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Nichtschwimmer
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BeitragVerfasst am: Sa 17 Okt, 2020 19:17    Titel:  

Moin,

meine Überlegungen gehen in folgende Richtung:
- Mittel- und Endschalldämpfer außen in den originalen Abmessungen. Innen bei Mittel- und Endtopf jeweils ein durchgehendes Siebrohr (Absorbtionsschalldämpfer). Das Siebrohr mit ca. 55 mm Innendurchmesser.
- Die Auspuffrohre/Hosenrohre auch mit einem Innendruchmesser von ca. 55 mm.
- die Schalldämpfer würde ich anfertigen lassen, den Rest selbst zusammenschweißen.
- der originale Krümmer bleibt

@ Rainer: Könnte das hinsichtlich Cabrio tauglichem Sound und Durchsatz in etwa passen? Ich habe eher Sorgen, dass es zu laut wird und nicht dass mir der Sound fehlt.

Da die Abgasanlage ohnehin komplett neu kommt, werden ich die alten Schalldämpfer nicht bearbeiten außer guggen wie´s von innen aussieht. Im Ansaugbereich versuche ich eine optisch gute Lösung mit großem Querschnitt hinzubekommen.

Zum blechernen Klang von Edelstahl. Bei meinem Serie 2 habe ich eine Edelstahlanlage von sng/Bell drunter. Der Sound ist gut/sonor gedämpft, keineswegs blechern. Die Passform ist bescheiden, so dass ich die Anlage nur mit Gewürge einbauen konnte. Ich habe allerdings auch E-Types gehört, die sich mickrig und blechern angehört haben.

Grüße Udo
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Woolfi
registrierter Benutzer
Dreieich / Frankfurt



BeitragVerfasst am: Sa 17 Okt, 2020 19:51    Titel:  

Die Anlage , die sich Rainer selbst gebaut hat, baut mit hoher Wahrscheinlichkeit nur einen sehr niedrigen Abgasgegendruck auf. Am as von Seiten der Abgasanlage leistungsmäßig auszureizen, hallte ich das für sinnvoll.
6,0L Coupe und Limousine haben eine Abgasanlage, die Rohre mit größerem Durchmesser haben, als z. B. der EV12.
An Rainers Anlage sind die originalen Hosenrohre hinten abgesägt und ein drickeres Rohr stattdessen angeschweißt. Damit vermeidet man den "Engpaß" am Hosenrohrausgang. Je Motornäher so ein Engpaß ist, desto stärker ist die Leistungsbeeinträchtigung.
Ich hatte in einem Tuningbuch eine Schaubild und eine "Berechnungsformel" gefunden, mit denen man den Leistungszuwachs in Abhängigkeit von der erreichten Abgasgegendrucksenkung überschlägig kalkulieren kann. Leider finde ich momentan diese Informationen nicht. Falls doch noch, stelle ich das hier sofort ein.
Wenn die längs durchschlagene originale Auspuffanlage bei meinem 6,0 L Motor maximal 0,2 bar Abgasgegendruck hat, ist der mägliche Leistungszuwachs durch eine Absenkung auf sagen wir mal 0,05 bar nicht mehr so deutlich. Allerdings habe ich statt des hinteren originalen Topfes zwei Rohr mit 60mm Durchmesser. Hier ist der Engpaß der Eingang an den beiden Schalldämpfern.
Ich spiele auch mit den Gedanken, meine Anlage durch eine wiederstandärmere zu ersetzen. Meine Erwartung ist allerdings nur eine Leistungszuwachs von unter 10 PS gegenüber meinem aktuellen Zustand.
Rainer glaubt an einen höheren Ertrag seiner Änderung.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: So 18 Okt, 2020 0:30    Titel:  

Hallo Udo,

wie gesagt, der erste Flaschenhals ist die Rosette. Meine hatten nur einen Innendurchmesser von 45mm, die Mildsteel Rohre sind 2“ beim E-Type, also 51mm minus 4mm beide Wandstärken macht um 47mm Innendurchmesser. (Wie Wolfgang schon schrieb, gibt es die samt Rohre größer beim 6 Liter.) Diese Kupplung mit der Rosette habe ich abgeflext und zwar oberhalb der Verengung mit einer 2mm Stufe/ Kante innen und dann ein Aussendurchmesser VA Rohr mit 55mm und mit 58mm Rohraufweitung angeschweißt. Macht bei VA 55mm minus 3mm Wandstärke, also nun 52mm Innendurchmesser. Vorher 45mm nun 52mm ist schon ein großer Unterschied. Mehr macht weder beim E-Type noch 6L Sinn, weil der Innendurchmesser vorne vom 2:1 Hosenrohr dünner ist und man bei noch größeren Rohren das Drehmoment dummerweise nur nach oben schiebt und Mehrleistung ab 5.000 bis 6.000U verlagert, wo man sie nicht braucht. Aber auch das Verbindungsrohr, welches leider mit ein paar Millimetern in den Rohrstrang reicht konnte weg. Des Weiteren konnte ich praktischer Weise nun das neue Rohr über den Mitteltopfeingang stülpen, statt vorher original rein. Aber es war mit dem halbwegs entkernten Mitteltöpfen und Endtopf mit integrierten neuer 60mm Rohre nur ein Test. Die Abgasgeschwindigkeit wird durch die kleine Box im Innern der Mittelpötte zu stark behindert. Die geschliffenen Nadeln etwas nachgeschliffen und poliert.

Also die originalen entkernten Mittelpötte mussten gegen größere 55mm mit durchgängigen Siebrohre weichen und der Endtopf musste komplett entkernt und die 60mm Eingangsrohre eingeschweißt werden. 2 x 60mm rein in den Endtopf ist wie 4 x 45mm raus. Nun zum zweiten Mal neue Nadeln per Lambdamessung, die Abgasgeschwindigkeit war hoch, der Sound war ok, aber nicht perfekt. Leider hatte ich etwas zu viel die Nadeln bei Volllast runterpoliert. AFR 10.8 bis 11.2 aber egal. Es geht ja weiter.

Wolfgang hat nur die beiden 60mm ins Freie. Ich will das eben nicht. Die 60mm Rohre durch den Endtopf zu führen geht auch nicht, weil dann hinten die 4-fach Flöte weichen müsste. Geht gar nicht! Daher gehen meine nur vorne ein paar Millimeter rein, alles andere habe ich durch die 60mm Löcher vor dem Einschweißen der Rohre rausgeholt. Mein Endtopf ist leer. Vorher 2 x 43mm das Innerste Rohr.

Die Abgasgeschwindigkeit hatte ich, aber die Lautstärke fehlte. Noch mehr Lautstärke bei ähnlichem Sound gibt es nur durch Vergrößerung der Siebrohre, die wegen der vielen Löcher auch Leistung fressen. Der nächst größere Siebrohr-Mitteltopf ist aber 70mm. Zur Soundabstimmung die Posaune mit Glattrohren und schon war der Sound kreiert. Nun wieder auf die Piste und erneut hat der Motor stark abgemagert. Aus den um 11 AFR bei Volllast wurden zufälligerweise genau 12.5 und er geht ab 4.000U drehfreudig wie mit richtig Schub.

Wer mal an Classic Racern geschraubt hat und je nach Reglement auf Rennstrecken Dämpfen musste weiß. Alle haben Glattrohre und wenn dämpfen, dann mit Siebrohren in Absorbionsdämpfern. Denn der Zusammenhang ist je lauter, desto mehr Leistung.

Udo, Du könntest auf die Schnelle auch mit einem Glattrohr statt Mitteltöpfen mit originalem Endtopf anfangen. Ist es zu leise oder der Sound passt nicht, einfach den hinteren Endtopf immer weiter entkernen. Wenn es dann passt, einfach irgendwie ein Glattrohr in die Mitteltöpfe bekommen ;-) Aber alles nur mit anderem Nadelprofil.

VG
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BeitragVerfasst am: So 18 Okt, 2020 16:36    Titel:  

Moin,

vom originalen Auspuff ist nix zu gebrauchen, alles total verrostet, vom Endtopf sind nur noch Fragmente übgrig. Die 4-fach-Flöte fehlt. Ich muss also komplett neu aufbauen. Testen und ausprobieren möchte ich so wenig wie möglich. Das wird eine Vollrestautration bis zur letzten Schraube. Wenn´s da nicht straight forward geht, werde ich nie fertig. Und ich habe ja noch den Porsche 911 S.

So wie ich dich verstanden habe hast du die Rosette, d.h. den Flansch zum Krümmer (?) durch eine größere ersetzt, die Hosenrohre belassen, Mittelschalldämpfer als Absorbtionsdämper neu, danach die Rohre in 60mm (außen) neu und den Endschalldämpfer entkernt.

Das hört sich gut und machbar an. Ich würde abweichend die Mittelschalldämpfervariante einbauen, die dir zu leise war und den Endschalldämpfer nicht leerräumen sondern mit Siebrohren versehen. Oder kostet das zu viel Leistung?

Ich habe mir auch umgeschaut, was es fertig zu kaufen gibt. Ich habe noch nichts Überzeugendes gefunden.

Grüße Udo
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BeitragVerfasst am: So 18 Okt, 2020 17:30    Titel:  

http://aj6engineering.co.uk/e-type-tt-systems/

Hallo Udo, AJ6 bietet ein fertiges System an, welches gegenüber der originalen Auspuffanlage durch die beiden langen tt.pipes das Drehmoment im fahrtechnisch interessanten Drehzahlbereich um bis zu 14% anheben soll.

Allerdings muss man immer fragen, ob das objektiv wahr ist eine eine geschwindelte Werbeaussage. Ich habe trotz intensiver Suche im Internet keine glaubhafte Aussage / Messung / Beweis / Fahrvergleich dazu gefunden. Der Anbieter hatte trotz mehrfacher Anfrage meinerseits, nie einen Leistungsprüfstandsschrieb dazu veröffentlicht. Wer weiß warum ?

Es gibt auch einen anderen Anbieter in England, der ein solches System anbietet. Um die Lautstärke zu drosseln, schweiß er eine Verengung am Ausgang der Schalldämpfertöpfe ein, was den Abgasgegendruck SICHER erhöht und damit die Leistung mindert. Anscheined findet er noch genügend Dummerle, die dem Marketing-Blah-Blah Glauben schenken und die teure Anlage kaufen.

Ich habe vor Jahren Bilder eine Abgasanlage eines BMW-Sechszylinder-Saugmotors gesehen, die ab dem 3er-Gußkrümmer ebenfalls lange mit jeweils einem Rohr weitergeführt wurde. Das diese Anlage von Fachleuten entweickelt wurde, läßt sich vermuten, dass diese Architektur leistungsfördernd ist.

Die von Roger Bywater (AJ6) angegebene Drehmomenterhöhung von 14% wäre auch nur gegenüber der widerstandshöheren Originalanlage des EV12. Fragen kann man aber auch, wie groß dieser Vorteil in der Realität wäre, wenn man die TT-Anlage mit der Originalanlage mit durchstoßenen Mitteltöpfen vergleicht, steht auf einem anderen Blatt.

Was micgh aber an der werblichen Aussage von AJ6 von ülus 14% Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich SEHR stark zweifeln läßt, ist die Aussage von R. Bywater. dass an den Vergasern keine Anpaßung notwendig wäre. Das erscheint mir als grober Unfug. Rainer und ich habe das an unseren Fahrzeugen ausreichend durchexerziert. Wenn man den Druchströmwiderstand der Auspufanlage verringert, magert das Gemisch ab und man MUSS eine Nadel mit einem veränderten Profil einbauen. Macht man das nicht, fällt die Leistung im oberen Drehzahl und Lastbereich spürbar ab. Der Wagen läuft oben rum unwillig und Hitzeschäden an Kolben oder Ventilen drohen, Wir haben das beide mit unseren Lambda-Messanlagen unabhängig voreinander gemessen und korrigiert. Nur so läuft der Motor nach eine "Auspufftuning" besser und nicht schlechter.

Es könnte aber bei der TT-Anlage auch so sein, dass sie keinen Strömungsvorteil bietet. Dann wäre auch kein Gemischabmagerung die Folge dieses 'Auspufftunings' und die Benadelung der Strombergvergaser könnte so bleiben, Viel Geld ausgegeben, handwerklich gut gemachte Ware bekommen, aber nix gewonnen.

Ein Freund von mir hatte diese TT-Anlage in Version Supersport einbauen lassen. Sie war ihm VIEL zu laut. Er hat dann die TT-pipes kürzen lassen und zwei zusätzliche Absoptionsdämpfer einbauen lassen. Dadurch ist dann eventuell auch der vermeintliche Vorteil des höheren Drehmoments aufgrund der langen TT-pipes beseitigt worden. Die Länge ist auf den intendierten Drehzahlbereich abgestimmt.Ein Vergleichsbeschlleunigungstest seines 6,0er mit Einspritzanlage gegen meinen 6,0er mit den originalen Stromberg-Vergasern ging für ihn dann auch wenig schmeichelhaft aus.

Vielleicht opfert sich Udo trotz meiner Bedenken für die Wissenschaft und montiert die TT-Anlage. Sinnvollerweise die weniger laute Version mit den zwei großen Endtöpfen.

Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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BeitragVerfasst am: So 18 Okt, 2020 20:38    Titel:  

Hallo Wolfgang,
ja, genauso ist es.

Wenn man die Abgasanlage von AJ6 verbaut, die mit Rohren und Absorbionsdämpfern ausgestattet ist, aber man an den Vergasern nichts ändern muss, wird es sicher so sein, dass der Motor untenrum wegen weniger Gegendruck drehfreudiger wird und das Drehmoment früher anliegt. Das meinen die mit 14% mehr, nur eine Verlagerung, wo vorher weniger war. Mehr aber auch nicht. Das ist aber bei Absorbionsdämpfern schon immer so üblich. Sie kann aber weder mehr Drehmoment noch mehr Leistung produzieren, wenn man nicht mit fetterem Gemisch fährt als vorher. Wenn man nicht mehr Energie reinsteckt, kann auch nicht mehr rauskommen ;-)

Hallo Udo,
bei Ebay gibt es immer wieder gebraucht den Endtopf für kleines Geld. Ich meine sogar aktuell. Die Rohre gegen 60mm wechseln und vorher alles entkernen. Fotos vom Umbau nebst allen Innerrein und wie er aufgebaut ist, setze ich hier bei Gelegenheit mal rein. Man braucht zum Umbau eine kleine und große Flex, ein Elektroden-Schweissgerät mit langen Elektroden, um im Innern im Endtopf alles zur hinteren Zwischenkammer kaputt braten kann und ein Fülldraht Schweissgerät zum Einschweißen der Rohre. Vorher unbedingt die Winkel der beiden zum Endtopf aufnehmen ;-)

VG
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BeitragVerfasst am: Mo 19 Okt, 2020 8:43    Titel:  

Moin,

die AJ6 Anlage habe ich mir auch angesehen. Die vorderen Pötte sind weggelassen, hinten Absorbtionsdämpfer. Das wäre mir für ein Cabrio zu laut. Er empfiehlt auch selbst beim XJS Cabrio noch zusätzliche Mittelschalldämpfer einzubauen. Die Rohre sind an den Biegungen eingedrückt. Auf dem Bild kann ich kein Flexrohr erkennen. Ich glaube aber, dass der Auspuff den Durchsatz erhöht. Es wird notwendig sein, die Vergasernadeln anzupassen. So schreibt Bywaster irgendwo, dass die ECU angepasst werden muss. Das Gelbe vom Ei ist der Auspuff nicht. Wolfang, ich befürchte dass aus der wissenschaftlichen Studie nix wird.

Monsteranlagen wie die von Classicfabs https://classicfabs.co.uk/etype-v12-system würde ich mir auch nicht unters Auto hängen. Vom fehlenden originalen look abgesehen wird es mit den 4 Rohren so eng, dass man Probleme bekommt einen Hitzeschutz einzubauen oder die Rohre zu umwickeln. Und der TÜV wird sich freuen.

Ich glaube nicht, dass irgend einer dieser Anbieter sich große Gedanken um das Ausbalancieren von Leistung und Sound gemacht hat. Es geht nur um (martialische) Optik und Sound. Aber vielleicht irre ich mich ja auch komplett, ich beschäftige mich ja erst ein paar Stunden mit Auspuffsystemen.

@ Rainer: Ein paar Bilder wäre super. Es hat aber noch viiiel Zeit. Die Restauration hat noch nicht mal begonnen. Hast du den Auspuff bzw. die Rohre WIG geschweißt? MIG/MAG kann ich ziemlich gut, aber WIG habe ich noch nie probiert und müsste mir auch ein Gerät kaufen.

Grüße Udo
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BeitragVerfasst am: Mo 19 Okt, 2020 10:32    Titel:  

"Die AJ6 Anlage habe ich mir auch angesehen. Die vorderen Pötte sind weggelassen, hinten Absorbtionsdämpfer. Das wäre mir für ein Cabrio zu laut."
Es gibt die Anlage als "Sport" mit zwei größeren Endtöpfen und als "Supersportversion" mit 4 schlanken Endtöpfen. Wie laut die Version mit den 2 größeren Endtöpfen wäre, kann ich nicht sagen. Es könnte auch sein, dass die beiden Schalldämpfer dieser Version eine Kombination aus Resonanz- und Absoptiosndämpfer sind, was den Durchflußwiderstand eher erhöht.
Die Version mit den vier schlanken Absorptionsrohren ist unangenehm laut.

"Ich glaube aber, dass der Auspuff den Durchsatz erhöht."
Eine Leistungssteigerung durch eine verbesserte Auspuffanlage erhält man prinzipiell aufgrund zweier Mechanismen.
1. Niedrigerer Abgagegendruck.
2. Eine optimale Abstimmung dynamischer Gaswechselvorgänge im vorderen "wirksamen" Teil der Abgasanlage, um die Zylinderfüllung und Entleerung zu unterstützen.
Das wird von Baywater auf seiner Homepage auch gut erklärt. Die vier langen Rohre sind in Durchmesser und Länge so ausgelegt, dass sie das bewerkstelligen sollen. Ob sie das tun und wie stark die Drehmometnerhöhung ist, weiß man nicht, weil Bywater kein Leistungsprüfstandsdiagramm veröffentlicht.

"Die Rohre sind an den Biegungen eingedrückt."

Na und ? Unter dem Wagen sieht man das nicht.

"Das Gelbe vom Ei ist der Auspuff nicht. Wolfang, ich befürchte dass aus der wissenschaftlichen Studie nix wird."
Schade. Wieder ein potentielles Versuchskaninchen, das dem Braten nicht traut.

Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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BeitragVerfasst am: Mo 19 Okt, 2020 11:10    Titel:  

Hallo Udo,

ja Udo, dass denke ich auch, dass viele nur pompöse Abgasanlagen mit viel blinkblank und und viel Lautstärke verkaufen wollen, sieht man bereits schon daran, ob der Anbieter bei uns oder in GB sitzt. In GB beim MOT hat die Historie und Lautstärke nicht den Stellenwert wie bei uns. In Österreich darf man den eigentlich absolut gleichen 911 Endtopf von 3.2 nicht an einen 3.0 schrauben. Die unterscheiden sich weder vom Hersteller, noch optisch oder technisch, sondern nur vom Baujahr und um eine Zahl, die bei einem angerosteten Auspuff noch nicht mal erkennbar ist.

Mir persönlich gehts um möglichst viel Drehmoment und Leistung bei erträglicher Lautstärke mit bestem Sound mit dem Bau einer Abgasanlage herauszuholen und das bei möglichst geringen Kosten, Aufwand und Eigenregie. Dekadent und nicht prollig laut. Beim Coupé anders als beim Cabrio, habe ja auch 2 Cabrios, den MGA mit Fächerkrümmer und Abgasanlage (Siebrohr), alles in 2“ und von Falcon und meinen 911 mit Sportabgasanlage und 100-Zeller Renn-KAT, alles von DANSK.

Ich kaufe alles rundum zu Auspuffrohren bei Hild-Tuning. Rohrbögen sind dort nicht eingeschnürt. Man kann mit Stoß an Stoß und Aufweitungen ohne innere Stufen bauen. Ich Flexe alles auf Maß und punkte direkt unter dem Wagen an. Wenn alles dann passt schweiße ich MIG/MAG mit Mildsteeldraht auf VA. Hält ewig. Zum Schluss Hitzeschutzband rum. Mit WIG habe ich beim 911 Umbau von US auf RDW Bumper kleine Alustücke in die hinteren Stoßstange geschweißt.

Fotos usw. kommen noch.

VG
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BeitragVerfasst am: Mo 19 Okt, 2020 11:27    Titel:  

Hallo Wolfgang und zusammen,

hier ist vieles erklärt:

https://www.hild-tuning.de/unterschied-reflexionsschalldaempfer-absorptionsschalldaempfer/
https://kfz-tech.de/Biblio/Abgas/Abgasanlage.htm

Einschnürung bei Rohrbögen:
Wenn ein 55mm VA Rohr innen 52mm hat, möchte ich diese auch im Rohrbogen und dort nicht 50-51mm. Die meisten benutzen noch diese einfachen Rohrbiegemaschinen in der Kaltverformung.

Wenn ein Unternehmen eine Abgasanlage anbietet, die genau an einem Fahrzeugmodell in Sachen Drehmoment, Leistung, Lautstärke und Sound mit einem Rollenprüstand konzipiert wurde, würde das Unternehmen das sicher auch mit fundierten Unterlagen publizieren ;-) Fakt ist, da baut man schon viele Anlagen, bis alles passt. Porsche gibt nur für die Entwicklung von Abgasanlagen ein paar 100Mio€ aus.

Ich habe mir im Sommer noch ein paar Hosenrohre in Edelstahl von Falcon für den EV12 nagelneu für nur 100€ bei Ebay gekauft. Vielleicht experimentiere ich noch etwas. Die Stufen und fetten Schweißnähte im Innern sind eine Katastrophe. Aber mit dem HSS Fräskopf für ein paar Euro, der biegsamen Welle mit Bohrmaschinen kein Problem. Haben leider alle Hersteller.

VG
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