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Korrosionsschutz + Karosserieinstandsetzung  >>  Fahzeugentlackung und KTL Beschichtung - wie es funktioniert
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V-Cars
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Brück



Verfasst am: So 14 Sep, 2014 19:07    Titel: Fahzeugentlackung und KTL Beschichtung - wie es funktioniert  

Hallo, kann hier jemand eine gute Firma enpfehlen, die meinen E-Type chemisch entlackt, entrostet und dann KTL-beschichtet für einen halbwegs guten Preis. Danke
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jugendtraum
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Stuttgart



Verfasst am: So 21 Sep, 2014 8:47    Titel: Tauchentlackung -> Entlackungsfabrik.de  

schau mal unter:
www.entlackungsfabrik.de
Hier sind erfahrene Leute. Der weiteste Weg lohnt sich, Karosserien bis 6 Meter passen in das Tauchbad.
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Nichtschwimmer
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Verfasst am: Mo 12 Jan, 2015 20:11    Titel:  

Ich kann dir auch folgende Firmen empfehlen:
http://www.fzb-wagner.de/ktl-kathodische-tauchlackierung/ und
http://www.entlackungszentrum-zweibruecken.de/. Die beiden Firmen arbeiten zusammen.

Wichtig ist es folgende Reihenfolgen einzuhalten:
1. Entlacken/Entrosten,
2. Karossriearbeiten: schweißen, verzinnen, Blecharbeiten an der Außenhaut soweit dass Lackierer miut Feinspachteln beginnen kann, alle Anbauteile müssen angepasst sein, die Spaltmaße müssen stimmen
3. Nachentrosten
4. KTL

Alles andere führt bei größeren Restaurationen zu einem schlechtem Ergebnis und letztlich auch zu höheren Kosten. Wenn dir jemand was anderes erzählt, hat er keine Ahnung, keine Möglichkeit die Prozess anders zu gestalten oder will dich .... Was ich dir nicht empfehlen kann, die Karosserie- und Blecharbeiten nach der KTL zu machen - außer es ist nur ganz wenig zu machen.

Den Preis muss man im Verhältnis zu den Gesamtkosten der Restauration sehen. Da relativieren sich die Preisunterschiede der Anbieter sehr schnell.

Meine Erfahrung kommt aus der (privaten) Restauration meines Mercedes Ponton, der chemisch entlackt, entrostet und KTL -beschichtet wurde. Die Karosserie Arbeiten habe ich überwiegend selbst gemacht. Seit einiger Zeit reizt mich der E-Type, weshalb ich mich hier angemeldet habe. Ich vermute mal, dass mein Jugendtraum hinter der Entlackungsfabrik steht.

Udo
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Wieseldiesel
registrierter Benutzer
EUDSSR



Verfasst am: Do 15 Jan, 2015 10:00    Titel:  

sorry, "doofe" Frage von mir- wie wird ein altes Auto "entrostet"- geht das überhaupt?
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Nichtschwimmer
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Mannheim



Verfasst am: Do 15 Jan, 2015 17:38    Titel: Karosserie Entlackung im Tauchbad - sensationell  

Ja das geht, im Tauchbad. Zuerst wird mit z.B. Natronlauge entlackt. Dabei geht auch der ganze Dreck, Unterbodenschutz mit weg - oder sollte es. Dann kommt die Karosserie zur Entrostung in ein bzw. mehrere Bäder mit Phosphorsäure und anderen Chemikalien. Zwischendurch wird sie immer wieder mit dem Dampfstrahler gereinigt, so dass auch wirklich alles weg ist. Der Erfolg liegt zum einen in der Chemie der einzelnen Bäder, in Vorbereitung (z.B. Löcher bohren aus denen die Luft der Hohräume entweichen oder die Soße ablaufen kann) und der Gewissenhaftigkeit der Arbeiten.

Das Ergebnis ist sensationell. Man bringt eine völlig verdreckte und verrostete Karosserie hin und bekommt eine saubere, blanke zurück. Der Rost ist weg. Da wo er war, ist nichts mehr. Man sieht die Strukturen der Karosserie und ältere Schweißarbeiten sehr gut. Gegenüber dem Strahlen hat man folgende Vorteile:
Die Hohlräume werden sofern die Flüssigkeit rein und wieder raus kann, auch sauber. Es bleibt kein Strahlgut in den Hohlräumen, Falzen und Winkeln zurück. Das Blech rostet aufgrund der Phosphatierung auch nicht sofort. Man hat eine ideale Grundlage zum Schweißen.

Nachteile sind natürlich die Kosten und man muss das Auto komplett demontieren. Wirtschaftlich sinnvoll eigentlich nur für die Komplettrestaurierung hochwertiger Oldtimer. Ich habe aber auch VW Käfer und Opel Kadett gesehen, die so behandelt wurden.
Udo
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Wieseldiesel
registrierter Benutzer
EUDSSR



Verfasst am: Fr 16 Jan, 2015 7:17    Titel:  

Udo, danke für deine Erklärung.
An Phosphorsäure hatte ich als Laie auch gedacht- aber dann gedanklich wieder verworfen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie man diese aus Spalten und Kapillaren wie z.B. dreifach übereinander gepunkteten Blechen je wieder raus bekommen soll.
Außerdem kann ich mir auch nicht vorstellen, daß die Natronlauge z.B. in Schwellern dicke Wachsschichten wie z.B. MikeSanders
unterkriechen und auflösen soll - funktioniert das in der Praxis? Ich fürchte: wo einmal Rost war wird er bleiben oder wiederkommen.......
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Nichtschwimmer
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Mannheim



Verfasst am: Fr 16 Jan, 2015 9:38    Titel:  

Die Anbieter dieser Leistung rücken natürlich ihre letzen Geheimnisse und Tricks nicht raus. Ich habe viel dazu gelesen und mich mit Leuten die auf diesem Gebiet tätig sind unterhalten, so dass ich mir den Prozess halbwegs vorstellen kann. Das Entlackungsbad wird auch auf 80°C erwärmt. Bei meinem Auto war richtig dick Unterbodenschutz drauf, der völlig weg war. Bei der Entrostung wird mit Bädern unterschiedlicher Konzentration gearbeitet. Zum Schluß wird Phosphorsäure in niedriger Konzentration angewendet, was zu einer Phosphatierung der Oberfläche führt die einen Rostschutz darstellt. Weiterhin wird ein Inhibitor verwendet, der verhindert, dass das gesunde Metall angegriffen wird. Ob und wie zum Schluß noch einmal neutralisiert wird bzw. werden muss weiss ich nicht.

ich war selbst erstaunt, dass selbst in den gepunkteten Überlappungen und Falzen kein Rost mehr war. Ich habe ca 9 Monate an der blanken Karosserie herumgeschweißt und sich kein neuer Rost gebildet. Ich erkläre mir das durch die Phosphatierung und die trockene Garage. Den Tank hatte ich in einem etwas feuchtern Raum liegen. Er zeigt nach mittlerweile über einem Jahr leichten Oberflächenrost, so dass ich ihn noch mal behandeln lassen möchte.

Lediglich in einige Hohlräumen gab es pulverartige Rückstände, wo die Flüssigkeit nicht abfließen konnte. Diese waren gut zu entfernen. Nach der KTL (einschl. Nachentrostung) war nichts mehr übrig. Richtig Sinn macht die chemische Entrostung m.e. deshalb in Verbindung mit einer KTL (kathodische Tauchlackierung).
Hier durchläuft die Karosserie eine Reihe unterschiedlicher Bäder. Zum Schluss wird die KTL eingebrannt. Die KTL-Beschichtung ist wesentlich resistenter als Lack oder Grundierung und ein sehr guter Korrosionsschutz. Als die Karosserie zurück kam habe ich sie genauestens auch mit dem Endoskop untersucht. Es war nur eine Daumennagel große Stelle nachzuarbeiten. D.h. 100% ist die Beschichtung nicht, aber die kommt dem sehr sehr nahe. Eine bessere Möglichkeit ist mir nicht bekannt.

Das soll sich nicht als Werbung für ein bestimmtes Verfahren anhören. Ich bin privater Oldtimerschrauber und berichte nur von meinen persönlichen Erfahrungen.
Udo
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jugendtraum
registrierter Benutzer
Stuttgart



Verfasst am: Sa 14 Feb, 2015 1:48    Titel: Entlackungsfabrik.de sagt dazu:  

@Udo
ich denke es gibt eine Berechtigung warum man Karosserien in einem Gang entlackt, entrostet und gleich KTL beschichtet um anschließend die Karosserie Arbeiten durchzuführen. Hier bei uns wird niemand verar... Und es führt auch nicht zu einem schlechten Ergebnis.
Ich freue mich wenn Kunden die Entrostung 2x bezahlen und den Transport 2x (also 4x) auf sich nehmen. Allerdings können wir nach ca. 3000 Fahrzeugen in 11 Jahren zu dem Schluss kommen, dass selbst schwere Karosserie-Arbeiten nach KTL zu keinen wesentlichen Abstrichen führen, sondern eher der Flächenherstellung und Gesamtgüte förderlich sind.

Im Übrigen kann man das Thema Entlacken/Entrosten mittlerweile bei 5 Firmen, wir incl., einkaufen. KTL bleibt nach wie vor ein Nadelör. Preislich gibt es sicherlich Unterschiede bis zu 30% .

Gute Alternative ist das Kunststoffstrahlen in Kombination Trockeneis/Glas/Chemie.
Und ja, ich stecke hinter der Entlackungsfabrik..siehe auch Frontseite vom Jaguar-Forum.
Grüße
Alexander
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Nichtschwimmer
Sponsor 2021
Mannheim



Verfasst am: Sa 14 Feb, 2015 21:34    Titel:  

Die Karosserie in einem Schritt zu entlacken, entrosten und KTLen macht nur dann Sinn, wenn es keine Karosseriearbeiten mehr gibt. Wenn an der KTLen Karossse geschweißt wird, wir die KTL zerstört, je mehr geschweißt wird, umso mehr wird zerstört. Die KTL hat den Vorteil, dass sie auch Hohlräume beschichtet und wesentlich widerstandsfähiger ist als jede Grundierung. Es macht wirklich keinen Sinn, eine Beschichtung aufzutragen um sie durch Schweißen wieder zu zerstören. Das Ergebnis ist definitv schlechter bzw. fragwürdig.

Zu den Kosten: Wir reden hier über ein Kompettestaurierung, bei der das Auto komplett zerlegt wird. Die Kosten bewegen sich durchaus im mittleren bis höheren 5-stelligen Bereicht. So eine Restaurierung dauert auch i.d.R. ein bis mehrere Jahre. Man möchte ein optimales Ergebnis erzielen. Die Preis-, Aufwands- und Zeitunterschiede bei den unterschiedlichen Entrostungshelden verlieren dabei an Bedeutung. Hier ein paar Hunderter oder meinetwegen einen Tausender zu sparen, ist am falschen Ende gespart.

Deshalb bleibe ich dabei. Vor der KTL müssen alle Karosseriearbeiten fertig sein. D.h. auch die feineren Blecharbeiten, wie ausbeulen etc. Das Auto muss komplett zusammengebaut werden und die Spaltmaße eingestellt werden. Dann wieder auseinanderbauen, nachentosten und in die KTL. Wer das nicht macht, zahlt später beim Spengler und Lacker doppelt drauf und hat ein schlechteres Ergebnis. Fragt bitte nicht, woher ich das weiß.

Strahlen, egal womit ist keine Alternative für die Entrostung einer ganzen Karosserie. Es wirkt nur dort, wo das Strahlgut auftrifft, also nicht in Hohlräumen. Dafür verteilt es sich in diesen und ist praktisch nicht mehr rauszubekommen. Trockeneis ist nicht abrasiv. Ich habe nichts gegen Strahlen, im Gegenteil. Kleinere Teile strahle ich in der Kabine selbst.

Udo
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jugendtraum
registrierter Benutzer
Stuttgart



Verfasst am: So 15 Feb, 2015 12:03    Titel:  

@Udo

Ich verstehe deinen Standpunkt sehr wohl, allerdings ist deine persönliche und leider einzige Erfahrung mit diesem Thema nicht repräsentativ. Warum?

- Ein Mercedes Ponton ist ein rel. einfaches Auto zum Entlacken & KTL da seinerzeit kein PVC verwendet wurde und viele Teile separat zu behandeln sind. Hier können 4 Kotflügel / Einstiege/Hauben/Türen separat behandelt werden.

- Die Lunkerquote ist bei einem Ponton wesentlich geringer als z.B. bei einer Pagode oder W111

Wenn du andere Unternehmen (siehe 107-Forum) ausprobieren willst, stellst du fest, dass die Entlackung/Entrostung überall ähnlich funktioniert allerdings wirst du beim KTL-Beschichtung und deinem Ergebnis auch andere Erfahrungen machen.

Zusammengefasst gebe ich immer die Empfehlung mit dem geringsten Kollateralschaden. Weiter empfehle ich Vorgehensweisen grosser Hersteller und deren Classic Abteilungen. Drittens würde ich sogar soweit gehen, dass ich an meiner Karosserie alles raustrennen würde was sowieso nach entlacken raus gehört. Dieses übrige Gerippe / Karosse entlacken/KTL und dann mit Neuteilen zusammensetzen. Zumindest an Mercedes/Porsche ist diese Vorgehensweise klar eine Empfehlung.

Was Strahlen betrifft, so ist gerade das nicht abrassive Kunststoffstrahlen zum entlacken bestens geeignet. Bitumen entfernt man z.B. mit Trockeneis und _Rostflecken macht man mi Glaskorung raus. An guten Karosserien klar eine substanzerhaltende Alternative.

Wir gesagt, ich gebe Erfahrungswerte nach sehr vielen Fahrzeugen wieder und verfestige mich nicht am Beispiel einzelner. Entlacken chem. mit KTL hat Vor- aber auch Nachteile, ebenfalls die Strahlvarianten. Dennoch gibt es Vorgehensweisen welche im Mittel gut funktionieren und das was gut funktioniert ist eine klare Empfehlung. Manchmal ist weniger mehr..
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Nichtschwimmer
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Verfasst am: So 15 Feb, 2015 13:12    Titel:  

Ein bischen mehr an Erfahrung ist es schon (W111 Cp. und R107). Zwei Bekannte, die ich fast täglich sehe haben einen 190 SL und eine Pagode. Der 190er wurde gestrahlt - alles andere als optimal. Vor allem dass nach x-mal reinigen und ausblasen in der Lackierkabine immer nich Stahlgut aus den Ritzen kam.

Zu den Lunkern: Der Unterschied besteht in den verschweißten Kotfügeln. Wenn man an geeigneter Stelle kleine Löcher bohrt, sollte es keine Probleme geben. Sollte es doch Fehlstellen - die es immer und bei allen Fahrzeugen gibt - geben, kann man die ganz gut behandeln, weil man innen an die Kotlügel noch rankommt.

Fehlstellen gibt es dann, wenn die Flüssigkeit beim Entrosten/Entlacken nicht überall hingekommen ist oder der Dreck nicht 100% ausgespült wurde. Dann kann die KTL nicht haften. Bei der KTLbei Hohlräumen muss noch der faradaysche Umgriff funktionieren. Diese Thematik hat nichts damit zu tun ob in einem Zug entrostet und KTLt wird, sondern wie gut die Vorbereitungen sind.

Gerade bei Autos, bei denen das Tauchbadverfahren problematisch ist, ist es besonders wichtig die KTL erst nach den Karosseriearbeiten durchzuführen. Denn da hat man die Möglichkeit versteckte Beschichtungsreste oder Rückstände, die nicht aus den Hohräumen ausgespült wurden zu entfernen. Man kann sich auch überlegen, welche weiteren Vorkehrungen zu treffen sind, damit die KTL möglichst gut wird.

Udo
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jugendtraum
registrierter Benutzer
Stuttgart



Verfasst am: So 15 Feb, 2015 22:12    Titel:  

Nocheinmal, soll nicht der Eindruck entstehen, dass mit dem 2.ten Nachentrosten Geld verdient ist.
Kunde ist König :)
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Nichtschwimmer
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Verfasst am: Mo 16 Feb, 2015 20:54    Titel:  

Das ist wohl jedem klar, aber nicht der Punkt.

Udo
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fishermans
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Bielefeld



Verfasst am: Do 28 Sep, 2017 14:14    Titel:  

Hallo liebe Jaguar Freunde,

auch wenn dieser Thread schon etwas älter ist, kann mir vielleicht jemand zu dem Thema KTL eine Frage beantworten.

Ich restauriere zwar keinen Jaguar sondern einen BMW, aber das sollte inhaltlich nichts zur Sache tun.

Hier nun mein Anliegen:

In allen Foren wird empfohlen, das Fahrzeug zuerst zu entlacken, zu entrosten, dann zu schweißen und dann noch einmal zu entrosten, bevor die KTL aufgebracht wird.

Da ich jedoch viele Neuteile verbaue, wie z.B. neue Mittelschweller, Bodenbleche, Radhäuser, Kofferraumwanne usw. frage ich mich die ganze Zeit, was denn mit diesen Teilen passiert, die ja von Hause aus beschichtet geliefert werden. Wenn meine Karosse blank ist und ich dann Neuteile einschweiße, müsste die Karosse doch direkt vor der KTL nicht nur entrostet sondern noch einmal entlackt und entrostet werden, damit auch die neuen Teile blank sind.

Könnte ich da nicht bei allen offensichtlichen Stellen zunächst die Neuteile verbauen (ohne die Karosse zu entlacken) und dann die Karosse zum Entlacken und Entrosten bringen, anschließend eine Nachkontrolle durchführen und letzte kleine Schweißarbeiten ausführen, bevor ich die Karosse dann final nur noch einmal zum Entrosten und KTL beschichten gebe?

Freue mich auf sachdienliche Hinweise! :-)

Danke und Gruß
Tiemo
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Nichtschwimmer
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Mannheim



Verfasst am: So 26 Nov, 2017 15:26    Titel:  

Hallo Tiemo,

ich habe deine Frage erst jetzt gelesen. Du sprichst ein Problem an, mit dem ich auch gekämpft habe. Ich sehe folgende Lösungen:

- Bleche abschleifen, geht mit dem Negerkeks o.ä., nervt aber.
- wenn man schon vor der Entlacklung weiss wass neu kommt, mit dem Entlacker reden ob er sie (kostenfrei) mitmacht
- wie bei Jugendtraum vorgehen: Entlacken, Entrosten, KTL, neue Bleche. Ich habe mich zwar nicht als größter Fan dieses Vorgehens geoutet, ich sehe aber trotzdem die Argumente die dafür sprechen (weniger Aufwand, Zinn, KTL kommt nicht in jeden Hohlraum, Lacker holt einen großen Teil der KTL wieder runter....)
- Vor der Entlackung und Entrostung mit den Karosseriearbeiten beginnen. Ich kenne Restauratoren, die das hin und wieder auch so machen.
- Komplett auf die Tauchbadgeschichte verzichten: d.h. negerkeksen, strahlen etc. Ich kenne auch hier Restauratoren, die mit dem Tauchbad nicht zufrieden waren ("nach ein paar Monaten läuft die Soße aus allen Ritzen)" und wieder oldschool restaurieren.

- Chemisch entrosten und entlacken, aber auf die KTL verzichten. Das überlege ich mir auch. Vielleicht kann Jugendtraum hierzu was sagen.

Ich glaube mittlerweile, dass es keinen Köngigsweg gibt. Es hängt vom Fahrzeug, dem Zustand, dem Budget, dem Ziel, der Zeit, den eingenen Möglichkeiten etc. ab

Udo
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fishermans
registrierter Benutzer
Bielefeld



Verfasst am: So 26 Nov, 2017 16:37    Titel:  

Hallo Udo,

vielen Dank für all die Hinweise. Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, die Entlackung der Karosserie erst nach dem Einschweißer der Teile zu machen, von denen ich eh schon weiß, dass die getauscht werden müssen. Bei meinem Coupe ist die gesamte rechte Außenhaut ab, die A-Säule raus, die Stehwand raus, usw. Als Schweißprimer nehme ich Inox Spray und gehe davon aus, dass die KTL viele Stellen erreicht.

Strahlen und Flexen fällt aus, der Aufbau der Karosserie speizell im Schwellerbereich einem Kunstwerk an verschachtelten Blechen entspricht. Da kommt man nicht richtig ran, das Wasser der letzten 45 Jahre hingegen hat sich seinen Weg gesucht.

Am besten, man hat keinen Rost. Sonst halte ich KTL für den besten Weg, da durch die chem. Entrostung der Porenrost entfernt wird. Eigene Tests mit Fertan haben gezeigt, dass der Rost nur wirklich oberflächlich entfernt wird. Schleift man dann die phosphatierte Schicht ab, ist es wieder braun.

Da ich noch nicht mal weiß, welche Teile ich wirklich alle ersetzen muss, kann ich auch nicht die Karosse und alle Rep.-Bleche zusammen wegbringen.

Ich gehe jetzt mal so ans Werk: Erst Repbleche einschweißen und dabei Kontakflächen blank machen und mit Inox Spray einsprühen und verschweißen, dann Entlacken, Entrosten, Nacharbeiten, Verzinnen, Entrosten, KTL, Lack ==> arm! :-)

Alles Gute
Tiemo
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Nichtschwimmer
Sponsor 2021
Mannheim



Verfasst am: Mo 27 Nov, 2017 11:32    Titel:  

Um was für einen BMW handelt es sich? Verschachteltes Kunstwerk - E9? Fertan kann man vergessen, meine Langzeittest haben sogar ergeben, dass der Rost auch von alleine wieder durchkommt. Nach deiner Beschreibung würde ich auch so vorgehen wie du.

Beim Zinn musst du aufpassen. Kläre mit dem KTL die Einbrenntemperatur ab. Nicht jede KTL-Anlage funktioniert mit Zinn. Die Temperatur, ab der das Zinn pastös wird ist kritisch. Es kann zu Ablösungen kommen die man nicht unbedingt sofort sieht oder unterschätzt. Darunter ist dann möglicherweise wieder Rost. Wichtig beim Zinnen ist die perfekte Vorbereitung des Untergrundes um Haftungsprobleme zu vermeiden, wenn´s in der KTL etwas weich wird. Aus Sicherheitgründen würde ich überlegen, alles was vertretbar ist nach der KTL verzinnen. Wenn die Schichtdicken gering sind, wäre auch Schwemmzinnersatz zu erwägen.

Der Schweißprimer sollte die Einbrenntemperatur aushalten, ich habe einen von Würth der bis 300°C geht. Die Entrostungschemie und KTL dringen nicht in Überlappungen ein die aufeianderpappen oder zusammengerostet sind. D.h. von außen geht das Blech noch unter den Überlappungen ist noch Rost. Beim E-Type habe ich deshalb noch viel gutes Blech aufgetrennt.

Wer bohrt die Ablauflöcher in die Karosserie? Das ist auch so ein Thema, damit es funtioniert. Die Hohlräume würde ich nach der KTL mit Mike Sanders o.ä. behandel, da die KTL nicht in allen Hohlräumen haftet.

Udo
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jugendtraum
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Verfasst am: Sa 27 Jan, 2018 8:08    Titel: Nicht Verzinnen vor KTL  

Hallo Tiemo,

bitte nicht Verzinnen vor KTL bzw. Finish Oberfläche nach KTL da sehr starker Kontrast.

Hier eine Aufstellung mit Vor und Nachteilen vereinfacht!

http://2016.carblast.de/wp-content/uploads/2018/01/Chemisches-Entlacken-vs.-Kunststoffstrahlen-2018.compressed.pdf
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jolbert
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Verfasst am: Sa 15 Mai, 2021 22:14    Titel: Zinn und das Thema Entlacken  

Hallo liebe freunde des englishen Edelrostes,
ich habe meine S2 2+2 Rohkarosse gerade letzte Woche nach Stuttgart zu Carblast gebracht.
Es soll entlackt, entrostet und KTL beschichtet werden.
Da bei meiner Karosse das Zinn im oberen Bereich noch gut ist und ein Neuverzinnen der gesammten Karosse, nach Auskunft der freundlichen Carblaster eine Woche Arbeit, für einen Profi ist, habe ich meine Karosse soweit sauber von Unterbodenschutz, Isolier- und Dröhnmatten und sonstigem Dreck gemacht, das eine chemische Entlackung ausreichend ist. Normalerweise wird bei Carblast oder "Entlackungs-Fabrik" zuerst mal thermisch bei ca 400°C eine sogenannte "Pyrolyse" gefahren und der gröbste Schmodder runter gebrannt, danach kommt die Kiste erst in die Lauge. Dabei geht bei 400°C natürlich auch alles an Zinn weg. Nun bin ich gespannt, wann ich mein Schätzchen wieder abholen darf . Nach dem ich die Lieferscheine von einigen Karossen auf dem Hof gesehen habe, gehe ich von ca 3 Monaten aus, die ich warten muss, bis ich mein Schätzchen wieder bekomme.
Weiter weiss ich von einer früheren Totalrestauration eines Fiat 500, dass eine normale Lackierung nicht mit der Lackierung einer Rohkarosse zu vergleichen ist und der eine oder andere Lackierer sicher Top Arbeit abliefert, aber sich bei einer Rohkarosse doch unter Umständen stark verschätzt, was den Aufwand angeht und hinterher eine Rechnung präsentiert, bei der einem schwindlig wird. Der freundliche Mann von Carblast hat mich in die "heiligen Hallen" geführt, dort konnte ich eine wirklich perfekt lackierte Karosse eines S1 Coupe bewundern und bekam Einblick in die wirklich professionelle Arbeitsweise dieser Spezialisten. Leute, ich bekomme nix dafür- ehrlich, aber das sind Profis, die machen seit Jahren, Tag aus, Tag ein, nichts Anderes als Oldtimer zu restaurieren! So dass ich fast geneigt bin, nach der Wellnesbehandlung meiner Karosse auch die Lackierung dort machen zu lassen. ich werde hoffentlich in Kürze von den Ergebnissen berichten können.
Viele Grüße
Jörg




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Zuletzt bearbeitet von jolbert am Sa 15 Mai, 2021 22:44, insgesamt einmal bearbeitet
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jolbert
Sponsor 2021
Pentenried



Verfasst am: Sa 15 Mai, 2021 22:34    Titel: Nochmal zum Thema: was zuerst......  

Ich hatte mich entschieden zuerst die gröbsten Karosseriearbeiten zu machen und dann die Karosse entrosten zu lassen. Wer schonmal an einem E-Type gearbeitet hat, weiss, dass in jedem Falz und an jeder Stelle, bei der 2 Bleche übereinander gepunktet wurden, der Gammel dazwischen sitzt, folglich sind alle Restaurationen, die " Blast & Prime" gemacht wurden Pfusch! Da es aber in meinen Augen keinen Sinn macht, einen total vergammelten Unterboden, oder weggefaulte Schweller chemisch entrosten zu lassen, habe ich zuerst alle offensichtlich vergammelten Partien erneuert und das Auto dann zum Carblast gebracht - auch wenn zur Lackiervorbereitung hinterher - sprich Nachverzinnung und Spaltmaßkorrektur die KTL dann nochmal hier und da beschädigt wird.
Ich hoffe mein Konzept geht auf - wir werden sehen, ich berichte.
Viele Grüße
Jörg
Wer liefert was?
      
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