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Autor weitere Bemerkungen
Dutton
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Nörvenich



BeitragVerfasst am: Di 18 Feb, 2020 19:56    Titel: E-Type V12 Probleme Zündung, Diagnose, Einstellung... was+wie tun...lesenswerterThread  

Konnte es wieder mal nicht lassen, habe im Frankfurter Hotel Nachtanreise vormerken lassen ...
Vergaserdeckel sind jetzt korrekt drauf (ich glaube nicht, dass das Verdrehen etwas ausgemacht hat, da sind keine Teile im Deckel, die eine Verbindung nach weiter unten haben) Ansaugbrücken zusätzlich mit Hylomar abgedichtet usw.
Jetzt kommt's:
Sprang wieder sehr schlecht an. Nach langem Orgeln endlich Zündung, "Patschen" nur relativ kurz bei kaltem Motor, wieder mal nur rechts, also da, wo der Schwimmerstand unter der 17 mm-Vorgabe liegt..
Rücklaufleitung abgeklemmt, 1 Liter Sprit in die Öldose mit dem Benzinschlauch dran eingefüllt: Es dauert exakt 8 Minuten und 43 Sekunden bei gut 800 Touren, bis der Motor abstirbt!!! Verbrauch also ca, 1,5 Liter (mit Schwimmerkammern) in 9 Minuten, das macht rd. 10 Liter pro Stunde (von wegen "ca. 2 Liter pro Stunde im Leerlauf" ...).

Qualmentwicklung wie immer enorm (in der Garage kann man es nicht aushalten), geht erst weg ca. 30 Sekunden, bevor der Motor "patscht" und kurz darauf ausgeht. Das nur kurz zwischendurch auf die Schnelle, muss jetzt gleich wirklich weg ...
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Nichtschwimmer
Sponsor 2019
Mannheim



BeitragVerfasst am: Di 18 Feb, 2020 20:25    Titel:  

"ca. 2 Liter pro Stunde im Leerlauf"

Moin Hajo,
meine Schätzung von 2 l/h bezogen sich auf einen Motor der o.k. ist. Dass deiner nicht o.k. ist wissen wir. Du schriebst etwas von 80ltr, was sich jetzt deutlich relativiert hat.
Grüße Udo
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kejaguar
registrierter Benutzer
Paderborn



BeitragVerfasst am: Di 18 Feb, 2020 21:44    Titel:  

Hallo Rainer,
klar, das machen wir mal wieder!
Ein Termin lässt sich da bestimmt finden.

Schöne Grüße in den Norden von

Klaus
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kejaguar
registrierter Benutzer
Paderborn



BeitragVerfasst am: Di 18 Feb, 2020 22:04    Titel:  

Hallo Hajo,
wenn die Düsen und die Düsennadeln wirklich richtig zueinander stehen, die Drosselklappen geschlossen ist und die Unterdruckkolben unten sind, dann zieht dein Motor ZUVIEL Kraftstoff aus den Schwimmerkammern.

Ich glaube nicht, daß alle 4 Schwimmerkammerventile dicht sind.
Eine andere Idee habe ich dazu nicht und deine Beschreibung der Situation mit dem Fallbenzin passt auch dazu.
Ich gehe mal nicht davon aus, daß eine Unterdruckleitung eine Verbindung zur Kraftstoffleitung hat.

Viele Grüße von

Klaus
Wer liefert was?
      
Dutton
Sponsor 2020
Nörvenich



BeitragVerfasst am: Di 18 Feb, 2020 23:21    Titel:  

Hallo Udo,
"Du schriebst etwas von 80 ltr, was sich jetzt deutlich relativiert hat."
mein Zitat war nicht anzüglich gemeint.

Ich hatte damals berichtet, dass sich mein Auto 21 Liter auf 25 km Strecke reingezogen hat. Das macht einen Verbrauch von mehr als 80 Liter auf 100 km (nicht pro Stunde).

Dies wohlgemerkt im Fahrbetrieb. Wenn ich aber die 10 Liter Verbrauch pro Stunde ohne jegliche Gasberührung bei konstant ca. 800 Touren im Leerlauf hochrechne, sind wir von dem oben genannten Verbrauch meines Erachtens nicht mehr weit entfernt.

Aber was soll's, fest steht doch, dass viel zu viel Sprit gezogen wird, wie und woher auch immer. Die "Benzinpumpen-Abschaltmethode", die ich ja mit dem Leerlaufenlassen der Öldose in modifizierter Form praktiziert habe, machte deutlich, dass das Auto im "Mager-Betrieb" (die letzten 30 Sekunden während des Leerens der Schwimmerkammern) recht normal ohne Qualm und ätzenden Gestank läuft.

Ich weiß aber nicht, wie ich diese magere Einstellung hinbekommen soll. Die Schwimmer einfach extrem nach unten zu versetzen, ist mir zu riskant.
Ich werde - da ich mit meinem Latein am Ende bin - die Gaser jetzt wohl doch mal von einem Fachmann bearbeiten lassen. Ich überlege aber auch noch, ob ich mal die 4 SUs aus meinem Healey anschrauben soll.

Die Zündung funktioniert entgegen meinem kürzlich gefassten Eindruck: Wenn der Motor warm ist, läuft er recht gut auch in höheren Drehzahlen ohne jegliche Fehlzündungen. Derzeit konzentriert sich - wieder mal - alles auf die Gaser.
Es bleibt spannend, aber bis zum schönen Wetter ist es ja noch etwas hin!
Grüße aus Frankfurt
Hajo
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Thomas_Schmid
Administrator
Dülken



BeitragVerfasst am: Mi 19 Feb, 2020 7:52    Titel:  

Wende dich doch mal an Team Powerhouse in Ennepetal.
Der Helmut Kolb kennt sich fantastisch aus mit den Motoren und kennt deren Detailsund Einstellung in und auswendig.

Er wird dein Problem erkennen und schnell beseitigen.
Wird wahrscheinlich billiger sein, als Experimente mit immer anderen Teilen, zudem er auch alle Testmöglichkeiten hat sonstige eventuelle Probleme im Motor zu finden.
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Rainer-HH
Moderator
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Hamburg



BeitragVerfasst am: Mi 19 Feb, 2020 9:32    Titel: Stromberg Vergaser Schwimmerkammern kontrollieren, sonst hoher Benzinverbrauch  

Hallo Hajo,
zuviel Spritverbrauch im Leerlauf und Fahrt können nur die Vergaser sein. Wie ich es schon so oft geschrieben habe, bring die Schwimmerkammern/ Vergaser in Ordnung und gehe erst dann an die Zündung. Vermutlich brauchst Du an der Zündung nichts großes machen, außer eben alle Verschleißteile nebst Zündkerzen auszuwechseln und alles sauber einstellen.

Das ist hier im Jaguar-Forum mit Sicherheit die schwierigste Geburt, die wie je hatten. :-) Viel Erfolg!
Rainer
Wer liefert was?
      
Dutton
Sponsor 2020
Nörvenich



BeitragVerfasst am: Mi 19 Feb, 2020 22:44    Titel:  

"Wende dich doch mal an Team Powerhouse in Ennepetal." (Memo: = Helmut Kolb Vergaser-erfahren 0172-2765921, Admin)

--> Den Tipp hast Du mir schon mal gegeben, ist vorgemerkt für den Fall, dass ich allein definitiv nicht klar komme.

"zuviel Spritverbrauch im Leerlauf und Fahrt können nur die Vergaser sein. Wie ich es schon so oft geschrieben habe, bring die Schwimmerkammern/ Vergaser in Ordnung und gehe erst dann an die Zündung. Vermutlich brauchst Du an der Zündung nichts großes machen, außer eben alle Verschleißteile nebst Zündkerzen auszuwechseln und alles sauber einstellen."

--> Ay, ay, wird gemacht!!!

"Das ist hier im Forum mit Sicherheit die schwierigste Geburt die wie je hatten."
--> Nicht nur hier im Forum, auch ich habe sowas mit den vielen Autos, um die ich mich schon "gekümmert" habe, nicht erlebt ...

Heute habe ich die Stromberg-Vergaser, die ich einem Fachmann zur Überprüfung geben will, aus- und die SU-Gaser eingebaut.

War ziemliches Gefrickel, musste mir die Verbindungsgestänge basteln und die Schwimmerkammern der Schrägstromvergaser gerade stellen. War zeitaufwändig, hat aber letztlich ganz gut geklappt.

Wenn jemand sagt, Aus- und Einbau seien einfach, dem kann ich nur frech entgegnen, dann hat er davon nur gelesen.

Die SU sind etwas leichter zu händeln, aber ich werde für den Fall, dass ich die Strombergs wieder einbaue, die Ansaugbrücken abnehmen und die Vergaser da dran schrauben. Alles andere ist Masochismus.

Besonders schön ist es, wenn bei dem Gefummel eine Mutter nach unten fällt, aber nicht den Boden erreicht. Erst suchen ohne Erfolg, dann im umfangreichen Muttern-Altbestand passenden Ersatz rausfinden, macht tierischen Spaß und kostet richtig Zeit ...

Nur um Missverständnissen vorzubeugen:
Die Strombergs müssen gründlich überarbeitet werden.Die SU-Vergaser, die ich bei der Gelegenheit einfach mal eingesetzt habe, sind keine geplante Dauerlösung. Ich möchte nur testen, wie sich der Motor mit einer anderen Gasfabrik GRUNDSÄTZLICH verhält. Qualmt es noch so massiv und gibt's nach wie vor beißenden Gestank? Oder sieht sich Ganze jetzt völlig anders an, auch wenn's an den Feinheiten noch hapert?

Ich habe die Düsenstöcke an allen SU-Vergasern in die Grundeinstellung gebracht, d. h. ab plan 12 Abflachungen reingedreht. Werde mir jetzt noch eine Konstruktion basteln, mit der ich die Drosselklappen halbwegs parallel öffnen kann.
Bin gespannt, was bei dem Experiment rauskommt.
Gruß Hajo




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Jaguar_Serie_3
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Dreieich



BeitragVerfasst am: Do 20 Feb, 2020 10:26    Titel:  

Man(n) könnte ja mal die Stromberg´s nacheinander, im ausgebauten Zustand, an die Benzinpumpe vom Jaguar hängen.
Mal schauen was passiert...…

Manfred
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kejaguar
registrierter Benutzer
Paderborn



BeitragVerfasst am: Do 20 Feb, 2020 11:11    Titel:  

Hallo,
sehr gute Idee, Manfred!!
Schöne Grüße von Klaus
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Rainer-HH
Moderator
Sponsor 2019
Hamburg



BeitragVerfasst am: Do 20 Feb, 2020 21:24    Titel:  

@ Klaus
wir werden es ja schon bald erleben, sind ja dann 12-Linge ;-)

@Hajo
Du hast noch nie geschrieben welche Pumpe verbaut ist. Blaue Kappe kann SU oder Hardi sein. Übrigens sogar bei der Originalen Doppelpumpe halten die Nadelventile locker dicht.

Gruß
Rainer
Wer liefert was?
      
Dutton
Sponsor 2020
Nörvenich



BeitragVerfasst am: Fr 21 Feb, 2020 19:53    Titel:  

Aus und vorbei, das Auto hat mich geschafft, ich geb’s dran!

Heute habe ich wieder den ganzen Tag an dem Teil gearbeitet, d. h. Eurem Rat entsprechend zuerst die Strombergs einzeln an die Pumpe angeschlossen (erwartungsgemäß sind alle Schwimmernadelventile absolut dicht, da läuft nichts über), dann die SU-Vergaser so weit angepasst, dass sie ihre Funktion erfüllen (war ne ziemliche Frickelei) und schließlich einige Probeläufe gestartet:

Der Motor sprang sofort an, als ich sämtliche Choke-Klappen geschlossen hatte, und lief anschließend auch ganz ordentlich ohne Choke mit leicht erhöhtem Leerlauf (1.200 bis 1.300 Touren). Positiv anzumerken ist, dass es kaum noch sichtbar aus dem Auspuff qualmt. Negativ: Beißender Gestank ist immer noch in so hoher Konzentration in der Luft, dass man es in der Garage auch bei offenen Türen nicht aushalten kann (meine Frau quartiert mich bald aus, weil meine Klamotten und mittlerweile auch die Wohnräume bestialisch stinken). Und auch mit den SU zieht das Auto die 1-Liter-Öldose in knapp 8 Minuten leer.

Ich überlege, den Wagen an einen Bastler zu verkaufen, der vielleicht mehr Geduld, bessere Nerven, mehr Geld oder vielleicht auch nur einen gut erhaltenen Ersatzmotor irgendwo liegen hat. Damit mache ich zwar einen Riesenverlust, aber das ist mir lieber, als dass ich mich immer wieder nur im Kreis zu drehe und mir mit dem Teil die Nerven ramponiere.

Ich sehe auch keinen Sinn darin, jetzt etliche tausend Euro in alle möglichen Untersuchungen und Reparatur(versuch)e(n) mit ungewissem Ausgang zu stecken. Ein stufenweises Vorgehen in der Richtung, dass ich im ersten Schritt die Vergaser (für viel Geld) überholen lasse, macht meines Erachtens keinen Sinn, da an diesen Teilen alles neu und ok ist.

Der Traum von wunderschönen e-type-cabrio ist jedenfalls mit einem lauten Knall geplatzt. Wie konnte ich nur so wahnsinnig sein, einen zweifarbigen (iceblue over old english white) sehr gepflegten 62er Austin Healey und einen nahezu perfekten 58er Triumph TR 3, beide mit grundüberholten Motoren, unter Zuzahlung von 5.000 Euro für diese Grotte wegzugeben?

Also lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende; habe halt viel Geld auf schwarz gesetzt, die Kugel blieb aber auf rot liegen ...

War schön mit Euch, macht’s gut und freut Euch an Euren gut funktionierenden Autos!

Gruß Hajo
Wer liefert was?
      
Jaguar_Serie_3
Sponsor 2019
Dreieich



BeitragVerfasst am: Fr 21 Feb, 2020 22:02    Titel:  

Ich hatte Dir schon einmal geschrieben, ruf mich mal an. 0172 6925220

Manfred
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daimler-v8
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Bochum



BeitragVerfasst am: Fr 21 Feb, 2020 22:59    Titel: Mein Gott  

Deine erste Nachricht war am 8ten Januar. Jetzt haben wir den 21ten Februar. Unglaubliche 223 Einträge. Viele Hilfsangebote !!! Mir hat es – in so einer Situation oft geholfen die Garagentür 2 bis 4 Wochen zu schließen, mit meiner Frau und Freunden darüber zu reden – ans Meer zu fahren – und mich um wichtige Dinge in meinem Leben zu kümmern - und dann in Ruhe - MIT DER HILFE VON FREUNDEN (Auch Experten) - der Aufgabe zu stellen !! Die „Karre“ zum laufen zu bringen braucht einfach eine kundige Hand. Angebote liegen Dir vor!

Gruß Daimler-V8 (einer von vielen die mitgelesen haben)
Wer liefert was?
      
kejaguar
registrierter Benutzer
Paderborn



BeitragVerfasst am: Sa 22 Feb, 2020 9:28    Titel:  

Guten Morgen Hajo,
warum willst du den EV12 verkaufen? Etwas investieren muß man in die Oldtimer jedes Jahr. Mal mehr, mal weniger, mal sehr viel mehr!!
Wenn er erst mal läuft, stellt sich auch wieder Spaß und Freude an dem Auto ein. Und ein E macht Spaß!! Überlegs dir lieber noch mal!!
Einen (leicht) defekten E zu verkaufen, bedeutet auch einen erheblichen finanziellen Verlust, aber das weißt du natürlich.
Mein Tipp: investier mal etwas für einen anständigen Werkstattbesuch!
Das zahlt sich sogar noch für einen eventuellen Verkauf aus.
Trotz allem schöne Grüße von
Klaus
Wer liefert was?
      
Franz_vm
registrierter Benutzer
Höfen, Tirol



BeitragVerfasst am: Sa 22 Feb, 2020 14:02    Titel:  

Hallo Hajo,
ich versteh´ deine Reaktion auf der einen Seite und möchte auch kein Öl ins Feuer gießen. Aber wo ist das Problem dabei die Karre auf einen Hänger zu ziehen und zu einem seriösen Fachmann zu bringen. Ein wirklich guter Mann sagt dir nach max. 10 Std. genau was Sache ist. Wahrscheinlich hat er auch alle notwendigen Teile im Keller liegen und hat schon zig V12 mit zum Teil unmöglichen Fehlern wieder zum Laufen gebracht. Es gibt diese alten Fachleute noch. Allerdings braucht das etwas Zeit weil die Jungs keine Langweile haben und sehr oft ist nicht der Preis der Hinderungsgrund dies so zu tun.
In meiner alten Heimat hat sich gerade einer zur Ruhe gesetzt, der in einer Jaguar Werkstatt gelernt hat, später sich selbstständig gemacht hat und nun seinen Betrieb weitergegeben hat. Der macht jetzt nur noch Sonderfälle.
Das einzige Problem ist man muß diese Spezies finden seine eigenen guten Erfahrungen behält man gerne für sich.....

Nimm Klaus Rat an, stell den Bock in die Ecke, trete alle paar Tage mal verächtlich an einen Reifen und suche dir den Mann deines Vertrauens.
Viel Glück Franz
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daimler-v8
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BeitragVerfasst am: Sa 22 Feb, 2020 14:47    Titel: Kleine Geschichte  

Hallo Hajo, hier mal eine Geschichte auf frühen Tagen. Citroen 11CV Motoren habe ich im Studium aus Frankreich geholt und hier instandgesetzt und verkauft. Manchmal haben wir auch welche beim „Kunden“ eingebaut. Es war so der zehnte Motor, den ich gemacht habe und ich bekam den Anruf „Der Motor läuft nur bis ca. 2000 Umdrehungen und stinkt fürchterlich. Ich bin hingefahren – und habe alles getauscht – Schließwinkel, Steuerzeiten, Vergaser, Kerzen, Verteiler, Zündung usw. usw. usw. usw. nichts hat geholfen. Also zurück in die Halle und aus reiner Verzweiflung einen anderen Motor geholt und eingebaut. Das gleiche Bild - 2000 Umdrehungen dann war Schluss. Ratlos! !!!

Ein älterer Herr mischte sich ein und meinte, es wäre ein leichter Fehler – der Auspuff ist zu! Ich sagte ihm das der Auspuff neu wäre ich hätte ihn selbst angebaut.
Der Besitzer des Wagens war plötzlich verschwunden – zurück mit leicht rotem Kopf und einer Kiste Bier entschuldigte er sich und meinte: „Ich war es, ich habe eine öligen Lappen in den Krümmer gesteckt damit er nicht rostet.“

Aus solchen Erfahrungen habe ich gelernt „Um die Ecke“ zu denken, wenn ich ein Problem nicht lösen kann.
Und über die Anmerkungen von Klaus und Franz würde ich nachdenken.

Gruß daimler-V8
Wer liefert was?
      
Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: Sa 22 Feb, 2020 23:45    Titel:  

Hallo Hajo,

ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Mach die Halle mal für echte und nicht gefühlte 2 Wochen zu und dann geht's erneut los. Bei einem E-Type Cabrio für vielleicht 80T€ fallen 1,2,3 T€ für eine Reparatur nicht so wirklich auf.

Ich denke, die Fehler liegen nur im Bereich der Vergaser, denn die machen den Verbrauch. Wird zu viel Benzin in den Motor gesaugt, verbraucht er auch zu viel und zu viel Benzin mit zu wenig Luft kann auch nicht zünden, auch nicht mit der besten Zündung und schon hast Du nasse Zündkerzen, Fehl- und Nachzündungen im Abgasstrang mit Flammen und Unmengen beißende Abgase. Des Weiteren ist es auch kein kleiner 4-Zyl, sondern ein fetter 12-Zyl, da kommt von Haus aus mehr hinten raus und dass das so ist, sieht man an den braunen Hecks und Kennzeichem der Karren.

Wenn Du sagst, dass Deine Vergaser halbwegs überholt sind, dann ist alles auch halb so wild und schick die 4 Strombergs für ein paar hundert Euronen zum Einstellen an einen Profi. Nur so bist Du sicher, dass alles perfekt an Deinen Stromis ist.

Also lass den Kopf nicht hängen, wenn Dein EV12 erst richtig gut läuft und um 17L/100Km im Schnitt verbraucht bekommst Du das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Gruß
Rainer
Wer liefert was?
      
Dutton
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Nörvenich



BeitragVerfasst am: So 23 Feb, 2020 11:08    Titel:  

Vielen herzlichen Dank für Eure tröstenden und aufmunternden Worte!

In der Tat habe ich mich seit kurz vor Weihnachten mit dem Jaguar so intensiv befasst wie noch mit keinem anderen Auto/Motorrad zuvor. Der Unterschied besteht nur darin, dass die Beschäftigung mit den anderen Fahrzeugen letztlich den gewünschten Erfolg hatte. Beim EV12 ist das leider anders ...

Wie bereits gesagt muss ich eingestehen, dass ich - was den Jaguar betrifft - deutlich an meine Grenzen als ungelernter Hobbyschrauber gestoßen bin. Ich glaube mittlerweile auch, dass eine kundige Hand nonnöten ist, um das Auto ans Laufen zu kriegen. Wahrscheinlich ist es wirklich so, wie Franz meint, dass der langjährig erfahrene Fachmann schon zig V12 mit zum Teil unmöglichen Fehlern wieder zum Laufen gebracht und alle notwendigen Teile im Keller liegen hat.

Die Geschichte von daimler-V8 mit den 11CV Motoren hat mir nochmal verdeutlicht, an welch verrückten Kleinigkeiten es oft liegen kann, dass das Auto nicht so tut wie es soll. Spontan habe ich die Einzelheiten meiner vergeblichen Bemühungen aus kritischer Distanz vor meinem geistigen Auge passieren lassen und mich gerade eben sogar nochmal im WHB vergewissert, dass ich bei der Überprüfung der Steuerzeiten auch die KW richtig herum gedreht habe. Aber vielleicht kann ich ja den für mich neuen Zwölfzylinder betreffend noch nicht weit genug „um die Ecke“ denken ...

Daher werde ich jetzt Eurem Rat folgen und die Garagentür erst mal schließen, das Auto möglichst aus meinem Kopf verbannen und mich um andere wichtige Dinge in meinem Leben kümmern.

Ich bin davon überzeugt, dass ich „das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekomme, wenn mein EV12 erst mal richtig gut läuft und um 17L/100 km im Schnitt verbraucht“, aber erst mal trete ich ihm verächtlich an einen Reifen ... :-))

Und mal sehen, vielleicht ergibt sich ja doch in nächster Zeit eine Lösung ...

Beste Grüße und bis bald mit hoffentlich besseren Nachrichten

Hajo
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Woolfi
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Dreieich / Frankfurt



BeitragVerfasst am: Mo 24 Feb, 2020 22:47    Titel:  

Unser Forumsteilnehemer "Harry", der eine Werkstatt in Hessen betreibt, scheint mir ein kompetenter Mann zu sein. Kann der nicht helfen ?
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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Dutton
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BeitragVerfasst am: Do 27 Feb, 2020 8:42    Titel:  

Hallo Wolfgang,
danke für den Tipp.
Meine Bemühungen, endlich ein Packende an meine bislang vergeblichen Aktivitäten zu bekommen, laufen.
Ich melde mich zu gegebener Zeit wieder ...
Gruß Hajo
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MSJ
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BeitragVerfasst am: Di 03 März, 2020 14:08    Titel:  

Hallo Hajo,

hattest Du eigentlich bei Deinen Versuchen auch einmal den Bremskraftverstärker abgeklemmt? Meiner war einmal defekt und hat durch den Unterdruckschlauch Bremsflüssigkeit angesaugt und verbrannt, Der weissliche Rauch war auch sehr ätzend - nur so eine Idee....

VG MIchael
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MSJ
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BeitragVerfasst am: Mi 04 März, 2020 0:28    Titel:  

Hallo Hajo,
In ebay.de steht gerade ein kompletter Satz überholte 175CD2 für den E-Type S3 zum Verkauf. Art. Nr: 264653724326.
Evt. Einen Blick wert.
VG Michael
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Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: Sa 07 März, 2020 23:42    Titel:  

Hallo Michael,
dieser nette Mensch bei Ebay macht schon seit vielen Jahren diese Art von Geschäfte. Vorsicht!!!
Ich kaufte vor 3-4 Jahren mal 4 x Strombergs EV12 für genau 555€ bei ihm und bezahlte natürlich mit Paypal.
Da die Ware trotz hinhalten nicht kam, habe ich 2 Tage vor Ablauf des Käuferschutzes Ebay und Paypal eingeschalten. Dann bekam ich zumindest mein Geld zurück. Mein Kumpel Martin kaufte dort für 119€ eine originale EV12 Uhr. Geld weg und die Uhr kam nie an. Ware gibt es nur, wenn auch das Geld zum Wert passt.
VG Rainer
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Dutton
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BeitragVerfasst am: Fr 13 März, 2020 0:00    Titel:  

Hallo zusammen,

wie versprochen melde ich mich wieder: Das Auto läuft - nach 3 Monaten seit Übernahme!

Und wie; ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch erleben darf, aber es ist einfach ein Traum. Der Jag springt in jedem Betriebszustand problemlos an, qualmt und stinkt nicht mehr, läuft ruhig und sauber wie ein Uhrwerk und verbraucht ca. 18 Liter auf 100 km.

Wie das gekommen ist? Indem ich der Einladung eines Forumsmitglieds gefolgt bin und das Auto knapp 2 Wochen in gute und vor allem fachkundige Hände gegeben habe. Die heutige ausgedehnte Probefahrt lässt jedenfalls keine Wünsche offen.

Ich habe gelernt, dass meine Philosophie "passt scho, auch wenn's nicht ganz rund ist" jedenfalls bei einem EV12 so nicht funktioniert. Die beiden Herren, die sich intensiv um mein Auto gekümmert haben, sind mit unglaublicher Akribie und Perfektion an die Sache herangegangen (ich durfte zeitweise zuschauen).

Die ersten Messungen haben ergeben, dass ich meine Sache bis zu einem gewissen Punkt ganz gut gemacht habe: Die Ventile wurden korrekt eingestellt und die Steuerzeiten stimmen auch. Außerdem bestätigten sich die Ergebnisse meiner Kompressionsmessung (relativ gleichbleibend auf allen Zylindern), so dass man letztlich davon ausgehen kann, dass der Motor als solcher sehr ok ist.

Aber - wie einige von Euch schon gemutmaßt hatten - die "Peripherie" stellte sich insgesamt als marode dar. So wurde eine komplett neue Zündanlage installiert und alle 4 Vergaser wurden nicht nur überholt, sondern auch optimiert. Und so nebenbei kümmerten sich die beiden um alle möglichen weiteren Defizite, die bei Komplett-Durchsicht des Autos aufgefallen sind. Ich habe jetzt noch eine lange Liste mit den Dingen, die nicht stimmig sind, abzuarbeiten.

Von daher habe ich gut daran getan, mich hier im Forum mit meinen Problemen zu outen und die mir aus Eurem Kreis angebotene Hilfe anzunehmen. Anderenfalls würde der Jaguar sicher noch in der "Frustationsecke" meiner Garage stehen. So aber habe ich die Lust und die Freude an diesem einzigartigen Oldtimer wieder gefunden. Klar geworden ist mir auch, dass der EV12 zwar "einen ganz normalen Motor, alles nur etwas mehr und größer" (Zitat) hat, aber auch eine Diva ist, die mit ihren Zicken ernst genommen und bekümmert werden will. Dem habe ich mich für die Zukunft verschrieben!

Mein herzlichster Dank gilt also nochmals meinen beiden Helfern, ohne die ich an dem Auto sicher irgendwann verzweifelt wäre. Vielleicht weist mein Beitrag ja dem ein oder anderen von Euch, der sich in einer ähnlich vertrackten Situation befindet, die richtige Richtung.

Ich werde mich aber auch künftig mit weiteren kniffeligen Problem an Euch wenden. Da wird mich der Jag sicher nicht enttäuschen ...

Bis dahin alles Gute

Hajo
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Franz_vm
registrierter Benutzer
Höfen, Tirol



BeitragVerfasst am: Fr 13 März, 2020 7:56    Titel:  

nach dem Leidensweg war dies die einzig richtige Option. Alles, die hier mit geholfen haben werden denken "Gott sei Dank!" Aber was ist das Resumee aus der G´schicht? Derartige Auto hält man nur mit konsequenter Arbeit, Nachdenken und einem profunden ET-Lager auf Stand.
Ich jedenfalls wünsche dir allzeit gute Fahrt und suche dir einen verlässlichen Schrauber der ist fast so wichtig wie ein guter Hausarzt. Leider werden die Jungs nicht jünger........

Gruß

Franz
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Thomas_Schmid
Administrator
Dülken



BeitragVerfasst am: Fr 13 März, 2020 9:31    Titel:  

Super, das freut mich.
Interessant wäre sicherlich auch, wer denn die fähigen Leute waren, damit man in ähnlichen Fällen darauf verweisen kann.
Es werden eben ständig weniger Menschen, die das noch können und es wird sicherlich nicht der letzte für den ambitionierten Hobbyschrauber allein unlösbare Fall sein.

Gruß und allzeit gute Fahrt

Thomas
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Nichtschwimmer
Sponsor 2019
Mannheim



BeitragVerfasst am: Fr 13 März, 2020 10:26    Titel:  

Moin,

es freut mich, dass der V12 jetzt läuft. Das ist das was am Ende zählt. Mich würde interessieren, was an den Vergasern optimiert wurde.

Grüße Udo
Wer liefert was?
      
Woolfi
registrierter Benutzer
Dreieich / Frankfurt



BeitragVerfasst am: Fr 13 März, 2020 17:59    Titel:  

Mich als 'Strombergbenutzer' würde interessieren, was an den Vergasern "überholt" wurde und was "optimiert" wurde. Ich glaube noch immer daran, dass eine Fehlfunktion der Schwimmerventile war.
Welche Zündanlage wurde eingebaut ?
Wenn ein Motor unter multipler "Verrottung" leidet, ist es oft nicht einfach, aufgrund der Beobachtungen auf eine oder die Ursachen zu schließen. Deswegen ist es für 'Mitdiagnostiker' immer interessant GENAU zu erfahren, wie der Motor vor dem letzten großen "bang" lief. Lief er bis dahin wirklich einwandfrei oder zeigte er schon leichte "Krankheitssymptome". Wenn er schon vorher kränkelte, aber eigentlich noch 'passabel' lief, ist das immer ein Hinweis darauf, das die aktuelle Krankheitszustand mehrere Ursachen hat, die sauber diagnostiziert und therapisiert werden müssen.
Leider kann man aus der Schilderung "neue Zündanlage" und Vergaser "überholt" und "optimiert" immer noch nicht auf die eigentlichen Ursachen schließen.
Die originale OPUS-Zündanlage macht früher oder später immer Probleme. Von daher ist es sinnvoll, eine Austauschzündung von Barratt , die auch noch vernünftig bepreis ist, zu montieren. Das ist technisch die Zündanlage aus dem HE-Motor, kampferprobt, im Rennbetrieb bis 8000 U/min einsetzbar und "miliardenfach" in älteren US-Karren verbaut. Stirbt der "Chip", gibt es in ebay ab 12 Euro Ersatz (Markenqualität von Hella 35 Euro).
Der 12er hat viel Leistung für einen Oldtimer. Fängt der an zu kränkeln, wird das dem eher unaufmerksamen 'Wenig-Cruiser' nicht gleich auffallen. Kommen dann noch andere Wehwechen an Zündanlage oder Vergaser dazu, ist die Diagnose mehrerer Ursachen schon schwieriger. Deswegen hat ein Teil der damit befassten Automechaniker Probleme mit dem Zwöfzylinder. Kränkelt er an einem Vergaser, läuft er immer noch passabel. Den Übertäter zu finden, überfordert einen Teil der Mechaniker. Teure Austauscheritis ist die Folge. Hat der Besitzer Glück im teuren Unglück, trifft der "Austauscher" per 'Schrotschuß' den Fehler, obwohl er selbst die eigentliche Ursache nicht erkennen konnte, in der Begründung des Arbeitsumfangs vor dem Kunden aber blumig schwadroniert. "Spinnt" der einzige Vergaser z. B. eines MGB, oder setzt einer von vier Zylindern zeitweise aus, ist die Diagnose schon einfacher.
Deswegen sind viele Besitzer eines 12ers darauf angewiesen, an einen Mechaniker zu kommen, der sich schon länger mit diesen Fahrzeugen befaßt und der die meisten Fehlerursachen im Laufe vieler Jahre schon 'gelernt' hat. Rein analytisch sind nur wenige Werkstatt-Menschen ohne fahrzeugspezifische Erfahrung dazu in der Lage. Das war jedenfalls nach dem Kauf eines tückisch "befehlerten" EV12 vor 19 Jahren meine Erfahrung.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza


Zuletzt bearbeitet von Woolfi am Mo 16 März, 2020 19:46, insgesamt einmal bearbeitet
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Thomas_Schmid
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BeitragVerfasst am: Sa 14 März, 2020 9:20    Titel:  

Genau das ist es Woolfi.

Das meinte ich mit sauberer Diagnose.
Erstmal Zündosziloskop dran, das sagt einem genau ob und wo da was im Busch ist, Kompression und Ventile checken, Unterdrucksystem als Ursache ausschliessen und dann zur Benzinversorgung und Aufbereitung. Ein Schritt nach dem anderen mit System durcharbeiten führt zum Ergebnis.

Sowas kannste nicht nicht mal einfach so sehen und diagnostizieren.
Daher meine Nachfrage, wer das in den Griff bekommen hat, denn die Leute kann man weiter empfehlen.

Da un alten Fahrzeugen einfach eine Schwäche an vielen Bauteilen gleichzeitig langsam auftreten kann und sich die Effekte überlagern, bin ich nebenher noch dabei, einen alten Motortester ans rennen zu bekommen. Wenn die alte Schrankwand wieder läuft, lasse ich mich von einem Meister, der ewig lang an den Dingern gearbeitet hat in die Materie einarbeiten.
Mit Oszilloskop und systematischen Tests die man damit durchführen kann, kommt man den Dingen einfach schneller auf die Schliche, als mit Teiletascherei.
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BeitragVerfasst am: Sa 14 März, 2020 10:35    Titel:  

Hallo Schraubergemeinde,

nachdem mein Schrauberkollege Ralf und ich das Drama um den V12 von Hajo verfolgt hatten, konnten wir der Frustration von Hajo nicht weiter zuschauen.
Wir sind beide nur interessierte Laien. Ralf´s Interesse liegt bei der italienischen Fraktion, meine bei der englischen.
Nachdem der V12 bei uns stand, wurden die bereits abgebauten Vergaser zerlegt und einem ausgiebigen Ultraschallbad zugeführt. Beim Zerlegen wurden bereits mehrere Mängel und Defekte festgestellt. Die Vergaser wurden, abgesehen von den Drosselklappenwellen, mit neuen Schwimmernadelventilen, teilweise neuen Schwimmern, Beipassventilen, stillgelegten Temperaturkompensatoren usw. wieder zusammen- und eingebaut. Optimiert wurde an den Vergasern nichts, sie wurden lediglich mit 4 Unterdruckanschlüsse zur Synchronisation versehen.
Zwischenzeitlich wurde ein abgerissener Stehbolzen der Ansaugkrümmer ausgebohrt, eine Gewindebüchse gedreht und eingesetzt.
Die vom Vorbesitzer eingebauten Teile der Zündanlage waren wahrscheinlich in einer Werkstatt zusammen gekehrt und eingebaut worden.
Ich hatte eine technisch einwandfreie, Zündkurve, Unterdruckdose usw., Lucas AB14 von meinem EV12 übrig, welche eingebaut wurde. Die alten Zündkerzen wurden gegen12 neue NGK Iridium Zündkerzen ausgetauscht. Silikonzündkabel mit Kupferleiter und eingepressten Steckern wurde angefertigt und montiert.
Es wurden noch etwa 15l Benzin- Oelgemisch aus dem Motor abgelassen und neuer Filter eingebaut sowie Oel eingefüllt.

So, Choke gezogen, Zündung an, warten bis die Schwimmerkammern voll sind, Starten... und er lief sofort.
Leerlauf einstellen, je die 2 Vergaserpärchen synchronisieren, Gasgestänge synchronisieren, Probefahrt. Er lief so gut, dass lediglich an einem Vergaser die Nadel minimal nachjustiert werden musste.
Hajo muss noch die Probleme mit der Lima/Regler, durchgebrannten Auspuffkrümmerdichtungen und der Kühlung klären.

Dann sollte einer, abgesehen von Corona, erfolgreichen Saison 2020 nichts entgegen stehen.

Gruß aus Dreieich, Manfred
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Rainer-HH
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BeitragVerfasst am: Sa 14 März, 2020 13:28    Titel:  

Moin Hajo,

schön, dass er nun läuft und vorallem mit der tollen Unterstützung. Ja Hajo, auf die Feinheiten der Vergaser und Einstellung kommt es an und mit "try and error" geht's nicht bei allen Oldis ;-) Woolfi hat es ja auch auf den Punkt gebracht. Als "Diva" würde ich den EV12 nun nicht bezeichnen, dass passt zu Ferrari und Co. Unsere V12 wurden in den 80-90er gerne 50TKm nur mit Ölwechseln gefahren, da braucht mit unter ein Italiener schon eine Motorrevision. Der EV12 ist ja auch für 250TKm gut. Aber egal. Klar ist auch eine gute Zündung nebst Zündgeschirr und Kerzen, auch wenn es bei Dir bei der Höhe an Spritverbrauch und nicht zündendem Benzinluftgemisch auch die beste Zündanlage nicht geschafft hätte. Letztlich braucht man nur ein richtiges Benzinluftgemisch und einen Zündfunken. Aber bei der tollen Unterstützung hast Du nun sicher 30TKm Deine Ruhe. Bei einem V12, egal ob im E-Type oder Miura, wird's erst ab 4.000U interessant und bei einem EV12 mit nur einer Zündspule und einreihigem einfachen Single Zündverteiler wird der Zündfunke obenrum eben sehr klein und mickrig. Zu wenig Zeit zum Aufladen der Zündspule. Aber für hohe Drehzahlen ist der EV12 auch nicht konstruiert. Mit der Zündanlage vom XJ12 ist man bestens aufgestellt. Dann wünsche ich Dir viel Freude bei der anstehenden Saison, trotz Coronavirus.

Bleibt alle gesund...

Gruß
Rainer
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Thomas_Schmid
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BeitragVerfasst am: Sa 14 März, 2020 17:58    Titel:  

Super, jetzt wissen wir auch wieder 2 Leute mehr, die es drauf haben ;-)
Vielen Dank, für eure Kollegiale Unterstützung.

Klar die Zündung muss passen und das an den Vergasern was nicht stimmt war bei der Menge Sprit auch klar.
Das ist aber etwas, was ich an Motorrädern auch immer wieder erlebe, von wegen Vergaser gereinigt und überholt.....
Das ist eine der Dinge wo man schon akribisch ran gehen muss. Ich gehe mal davon aus, wenn ihr schon Schwimmer tauschen musstet und Nadelventile, dann hat er den Sprit nicht vergast, sondern gleich in den Motor laufen lassen. Kann ja nicht gehen so.
Also nichts weiter, als "nur" (man entschuldige den Ausdruck) die üblichen Dinge, die an an alten Fahrzeugen irgendwann mal fällig sind.

Wo wir aber grade bei Zündkurve sind, hat einer die genaue Zündkurve vom 4.2 Motor Bj 67 (420er) zur Hand?
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BeitragVerfasst am: So 15 März, 2020 1:02    Titel:  

Hallo Manfred,

Du nimmst mir sicher nicht krumm, wenn ich Deine doch sehr moderate Darstellung leicht korrigiere:

Ihr beide habt nicht mal eben die Zündung ausgewechselt und die Vergaser überholt, sondern mit Herzblut viele Stunden teils recht komplizierter Arbeit in das Auto gesteckt.

Der Jaguar war immerhin anderthalb Wochen in Eurer Obhut. Während dieser Zeit habt Ihr Euch nicht nur um den Motor, sondern - so mein Eindruck - um den Zustand des gesamten Fahrzeugs gekümmert; sogar der lockere linke Außenspiegel ist jetzt wieder fest. Und die lange Liste mit Hausaufgaben, die ich noch zu machen habe (von den porösen vorderen Bremsschläuchen, den polternden hinteren Stoßdämpfern und dem klemmenden rechten Türschloss über die maladen Auspuffgummis bis hin zum falschen Tacho-Zwischengetriebe), soll hier auch nicht unerwähnt bleiben.

Ich bin auch der Meinung, dass die Vergaser nicht nur überholt, sondern tatsächlich optimiert wurden. Darunter verstehe ich bereits das sinnvolle Stilllegen der Temperaturkompensatoren, insbesondere aber das mit viel Aufwand verbundene Einsetzen von 4 Unterdruckanschlüssen zur Synchronisation an den Stellen der Vergaser, wo vorher diese ominösen Kugeln saßen.

Diese Röhrchen erleichtern die Einstellung enorm: Wenn ich vorher jeden einzelnen Vergaser mit so einem billigen Teil, in dem sich ein Wattebäuschchen auf Gleichmaß einpendelt, behandeln musste, kann ich jetzt meine Viererbatterie Unterdruck-Messuhren, die ich noch aus Zeiten meiner Honda 750 K2 besitze, gleichzeitig an alle 4 Gaser anschließen und diese unter identischen Bedingungen synchronisieren.

Also stellt mal bitte Euer Licht nicht so weit unter den Scheffel, auch wenn Ihr nur „interessierte Laien“ seid und ich den Umstand, dass Ihr Euch meiner erbarmt habt, allein meiner ausführlichen Leidensgeschichte zu verdanken habe. Ich bin jedenfalls froh und dankbar, dass Ihr das für mich hingekriegt habt!

Dagegen sind die Restarbeiten, die Du in Deinem Beitrag angesprochen hast, fast schon Routine. Der neue Regler war in 5 Minuten installiert und funktioniert mittlerweile anstandslos; ein ernsthaftes Temperaturproblem dürfte nach den Erkenntnissen aus meinen aktuellen Probefahrten nicht vorliegen und das wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtige Wechseln der Auspuffkrümmerdichtungen ist für mich jetzt fast schon zur Routine geworden, nachdem die mir gelieferte „Qualitätsware“ schon nach 50 km Fahrt den Geist aufgegeben hat und ich jetzt wirklich ordentliche Dichtungen einbauen muss.

Nichts für ungut und ich halte jetzt auch meine Klappe - bis mir der EV12 die nächste Freude bereitet; da bin ich mir irgendwie sicher ...

Viele Grüße

Hajo
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Woolfi
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BeitragVerfasst am: So 15 März, 2020 22:30    Titel:  

"Gruß aus Dreieich, Manfred"

Ich wußte es schon immer, dass Dreieich in Deutschland die höchste Dichte an wirklichen "EV12-Profis" hat.

Meint augenzwinkernd Wolfgang Gatza
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Rainer-HH
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BeitragVerfasst am: Mo 16 März, 2020 10:54    Titel:  

Moin Hajo,

...und das wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtige Wechseln der Auspuffkrümmerdichtungen ist für mich jetzt fast schon zur Routine geworden, nachdem die mir gelieferte „Qualitätsware“ schon nach 50 km Fahrt den Geist aufgegeben hat und ich jetzt wirklich ordentliche Dichtungen einbauen muss....

Das liegt meist nicht an den Dichtungen, sondern an verzogenen Krümmern. Ich habe es persönlich an mehreren EV12 gehabt, dass wir die Dichtungen mehrfach gewechselt haben und immer wieder fliegt sie durch. Da hilft nur planfräsen oder Neukaufen. Wir kaufen für um 180€ nur noch neu. Also teste vorher die Krümmer immer mit Tuschierpaste und Fühlerlehre auf einer Glasplatte.

VG
Rainer
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BeitragVerfasst am: Di 17 März, 2020 23:43    Titel:  

Hallo Rainer,
danke für den Hinweis.
Das ging mir auch schon durch den Kopf, weil nur die zweite Dichtung von hinten rechts betroffen (regelrecht zerbröselt) ist und die anderen ausnahmslos recht gut aussehen.

Morgen bekomme ich die neuen "guten" Dichtungen mit dem inneren Blechrand. Ich werde es trotzdem nochmal so versuchen, dass ich diese einzelne Dichtung auswechsle, denn der vollständige Ausbau der Krümmer ist doch wesentlich komplizierter, als wenn ich die Krümmer - sorry, ich habe dafür ein Brecheisen benutzt - gerade so weit vom Motor wegdrücke, dass ich die Dichtungen auf die Stehbolzen aufschieben kann. Wenn es anschließend dann wieder laut im Motorraum werden sollte, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich dieser neuen Herausforderung zu stellen ... :-((

Ich werde auf jeden Fall weiter berichten.
Gruß Hajo
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BeitragVerfasst am: Mi 18 März, 2020 9:15    Titel:  

Guten Morgen,

auf 1-2 Zehntel kommt es, bei den richtigen Dichtungen, auf der Fläche nicht unbedingt an. Gleichmäßig anziehen, Messingmuttern und Scheiben verwenden und gegen lösen, eventuell mit einem kleinen Körnerschlag auf den letzten Gewindegang der Messingmutter, sichern.
Die originalen Krümmerdichtungen sind Verbunddichtungen, Blech-"Asbest"-Blech, welche im Durchlass einen Blechring eingepresst haben. Die im Moment zu bekommenden Dichtungen sind lediglich aus dem Verbundmaterial ausgestanzt, ohne diesen Blechring. Dadurch wird das Abgas direkt in die "Asbestschicht" eingeleitet und verbrennt diese bzw. bläst sie aus den Blechschichten.
Sollte bei den üblichen Verdächtigen nur die chinesische Variante der Dichtung zu bekommen sein, ggfls. direkt bei Dichtungsherstellern nachfragen.

Fröhliches schrauben. Manfred
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BeitragVerfasst am: Mi 18 März, 2020 9:47    Titel: Dichtung  

Hallo,

Wenn ein Muster vorhanden ist baut diese Firma jede Dichtung nach. Auch mit dem Blechring.

Elmeso Reban GmbH
Emilienstr. 16
42651 Solingen

Gruß daimler-V8
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BeitragVerfasst am: Mi 18 März, 2020 23:53    Titel:  

Habe heute eine ordentliche Dichtung "mit Blechrand" von Limora bekommen und eingebaut.

Bin gespannt, ob's jetzt hält.
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BeitragVerfasst am: Do 19 März, 2020 20:37    Titel:  

Man kann's ja mal versuchen ... Ist aber leider schief gegangen.

Gestern habe ich die einzelne Krümmerdichtung (Originalteil) eingebaut, die ich vorab von Limora bekommen hatte (heute sind die restlichen 11 gekommen). Habe kurz gestartet und den Motor sofort wieder abgestellt: Undicht und laut! Ist wahrscheinlich so, weil die Dichtungen unterschiedlich dick sind.

Jetzt bin ich's leid. Habe eben die Krümmer und das Hosenrohr ausgebaut, ging gut. Die Krümmer machen insgesamt einen ordentlichen Eindruck, aber ich werde Rainers Rat mit der Glasplatte befolgen und - falls erforderlich - die Krümmer entweder neu kaufen (leider kostet das Stück bei Limora knapp 300 EUR) oder bei einer Zylinderkopfschleiferei bei uns in der Nähe plan schleifen lassen. Mal sehen, was die Glasplattenprüfung ergibt ...

Aber ich stelle schon wieder fest: Solche Probleme mit der Dichtigkeit der Auspuffanlage hatte ich bis heute noch mit keinem Auto - und das sind nicht wenige.

Falls noch jemand gute Ratschläge hat, herzlich gerne!

Bin gespannt, ob ich das Auto irgendwann mal von der Bühne kriege ...

Gruß Hajo
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Nichtschwimmer
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BeitragVerfasst am: Do 19 März, 2020 20:55    Titel:  

Moin Hajo,

bei sng kostet das Paar EUR 428 (https://www.sngbarratt.com/English/#/NL/parts/43cec082-f6e3-43ce-983a-3502213eb949), bei Martin Robey 320 Pfund (https://www.martinrobey.com/search?q=C39109%2f10). Immer noch nicht ganz billig und zur Qualität kann ich nichts sagen. Planschleifen, falls verzogen, wäre mir sympathischer. Bist du sicher, dass es an der Dichtung liegt. Vielleicht hat ein Krümmer einen Riss.

Grüße Udo
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BeitragVerfasst am: Do 19 März, 2020 21:29    Titel:  

Moin Hajo,

ich hatte es mir ja schon gedacht und Dir daher geschrieben, da ich die Problematik bei EV12 von Freunden schon kannte. Wenn es nicht auf einen Euro ankommt einfach bei SNG neu kaufen und man erspart sich das Schleifen der Alten Krümmer. Mit neuen ist der Ärger nur beim Kauf ganz kurz, aber dann läuft die Karre ohne Probleme und schon hat man alles vergessen.

Die Kamen letztes Jahr noch 180€ oder wir hatten 10% Rabatt. Bitte doch einmal den General Manager Marcus Geesink nach einem Rabatt und bestell Ihm einen schönen Gruß aus dem Jaguar Forum ;-)

Gruß
Rainer
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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 11:15    Titel:  

Guten Morgen,

die Auspuffkrümmerdichtungsproblematik entwickelt sich ja langsam wie die Zündungs- und Vergaserproblematik zu einer größeren Aktion.

Das sich Gusskrümmer verziehen ist sicher keine Seltenheit, aber von „drei mal um den Block“ fahren? Es sind definitiv die minderwertigen Dichtungen bei der US Amerikanischen / Niederländischen Cooperation zur Wiederinbetriebnahme eines E-Type eingebaut worden und die taugen nichts.

Hajo ein Zitat von Dir: Ich habe gelernt, dass meine Philosophie "passt scho, auch wenn's nicht ganz rund ist" jedenfalls bei einem EV12 so nicht funktioniert. Richtig.

Unterschiedlich dicke Dichtungen einbauen ist ganz schlecht. Mit Pech ist der Krümmer jetzt nicht nur verzogen sondern auch gerissen.

Auf Verzug zu prüfen bietet sich jetzt an. Wenn schon mit Glasplatte, Glasplatten sind nicht zwingend gerade und biegen sich auch durch, dann die Flansche mit Oel benetzen und die Glasplatte von oben auf die Flansche auflegen, so sieht man die Kontaktflächen. Die bessere Variante ist ein (Haar)Lineal.

Stimmt denn der Rest?
Sind das jetzt die richtigen Dichtungen? Gibt es noch alle 12 Stehbolzen? Sind die Gewinde i.O.? Sind die Messingmuttern auf den Stehbolzen leichtgängig? Sind das überhaupt die richtigen Muttern?

Wenn ich an dem Motor 3 Schrauben gelöst habe, hatte ich mindestens 2 verschiedene Gewinde. Von metrisch über zöllig, einmal UNF die nächste UNC.

Und wenn nur noch 10 oder 11 Stehbolzen halten, fällt zwar der Krümmer nicht ab, aber dauerhaft dicht wird er nie.
Die Krümmer müssten plan gesenkte Auflageflächen für die U-Scheiben bzw. Federringe haben.
Passen die Scheiben / Federringe in diese Vertiefungen? Wenn die Scheiben / Federringe zu groß sind wird das auch nix mit dicht.
Dann die Muttern gleichmäßig anziehen, am besten mit einem Drehmomentschlüssel. Da man schlecht an die Muttern herankommt und hierzu meist verschieden lange Schlüssel benutzt, fehlt meist das Gefühl für die Gleichmäßigkeit.

Wenn es die Firma noch gibt, hier ein Ansprechpartner: Krümmer-Zentrale-Deutschland   Dipl.-Ing. Uwe Wulf   Hauptstr. 39   D-23847 Grinau.

Sollten diese Arbeitsschritte nicht zum Erfolg führen, behandeln wir im nächsten Kapitel die Demontage eines Zylinderkopfes.

Viel Erfolg beim Schrauben, Zeit haben wir ja jetzt. Manfred
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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 16:21    Titel:  

Ich habe Manfred versprochen, dass ich meine angeborene Ungeduld zurückstelle und endlich mal sorgfältig verfahre ...

Deshalb habe ich heute sämtliche Stehbolzen herausgeschraubt (ging überraschend gut; bei zweien ist das Außengewinde völlig vermurkst) und die Dichtflächen sowohl am Zylinderkopf als auch an den Krümmern gereinigt.

Ich habe zwar kein ausreichend langes Haarlineal, aber eine Alu-Winkelleiste hat auch einen guten Dienst getan: Der linke Krümmer ist mittig ganz leicht nach unten gebogen (gerade mal knapp 0,20 mm Spiel), der rechte ist absolut plan.

Die Stehbolzen sind unterschiedlich lang, eine Systematik der Anordnung kann ich nicht erkennen; nach meinem Eindruck wurde hier das Zufallsprinzip angewandt. Ich kann mich aber auch täuschen. Weiß da jemand Rat? Ich möchte möglichst heute noch neue Bolzen bei Limora bestellen, da wäre es gut zu wissen, wie viele lange und wie viele kurze benötigt werden.

Die abgebildeten Dichtungen sind die richtigen!

Werde weiter berichten.

Gruß Hajo




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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 16:23    Titel:  

Noch ein paar Bilder:



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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 16:24    Titel:  

Und der Rest ...



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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 16:43    Titel:  

Habe gerade bei Limora bestellt: 11 lange und 1 kurzen Stehbolzen.

Der kurze gehört wohl ganz nach hinten, wo der Krümmer den geringsten Platz hat.

Und einen Satz neue Messingmuttern habe ich mir auch noch gegönnt ...
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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 19:24    Titel:  

Moin,

der abgebildtete Krümmer hat an den Flanschen schon etwas Karies, vor allem links. Ich denke, da kann es durchblasen.

Grüße Udo
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Woolfi
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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 22:16    Titel:  

Udo hat es schon gesagt, Die Dichtflächen sind keine DichtFLÄCHEN mehr, sondern eher "Auflagegebirge".

Ich würde diese Krümmer auf alle Fälle plan schleifen lassen, anstatt munter weiter freihändig herumzubasteln. Wie sumpfig der Weg sein kann, wenn so man so 'plan-los' vorgeht, hat man ja bei der "Vergaserproblermatik" miterleben dürfen.
https://www.youtube.com/watch?v=qIxslZg9XEA Kinderkram, wenn man einen Betrieb mit der richtigen Maschine findet.
Oder dieser Anbieter: https://www.youtube.com/watch?v=1s-XkIN6rwA
Da er vorführt wie schnell und einfach das bei ihm geht, darf es nicht viel kosten. Die Telefonnummer des Anbieters Rinaldo ist auch zu sehen.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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BeitragVerfasst am: Fr 20 März, 2020 23:58    Titel:  

Danke für die Tipps, das werde ich machen lassen.
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BeitragVerfasst am: Sa 21 März, 2020 12:08    Titel:  

Hallo zusammen,

ich schreibe die folgenden Zeilen nur, weil ich davon überzeugt bin, dass sich der ein oder andere von Euch darin wiederfindet.

Nachdem ich eine Nacht über das „plan-lose freihändige Herumbasteln“ geschlafen habe, möchte ich diese Bemerkung doch nicht unkommentiert lassen. Sie trifft meines Erachtens nicht den Punkt.

Einen Plan bei meinem Vorgehen hatte ich durchaus: Zuerst den Motor auf seine mechanische Funktionsfähigkeit hin testen (was ja letztendlich recht gut gelungen ist), dann die „Peripherie“ checken. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Zündung, die Vergaser und noch so ein paar Dinge, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt bzw. wozu sie gut sind (z. B. diverse Unterdruckschläuche und Ventile).

Der Punkt ist: Ich bin einfach den Dingen nicht weit genug auf den Grund gegangen, teils weil ich es nicht konnte, teils weil ich es nicht wollte. So habe ich bei der Zündung unterstellt, dass sie funktioniert („kann doch alles nicht so kompliziert sein“). Im Endeffekt ist jetzt aber - notwendigerweise - alles neu (Verteiler, Spule, Modul, Verstärker, Kabel, Stecker, Kerzen). Apropos Kerzen: Die 3-Elektroden-Bosch-Kerzen, die ich bei ebay für gut 30 Euro gekauft hatte, baue ich - weil nicht gut genug für den Jaguar - in ein anderes Auto ein. Die Iridium-Kerzen, die der V12 sich jetzt gönnt, haben ein Vielfaches davon gekostet.

Ähnlich sieht’s bei den Vergasern aus: Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, dass eigentlich simple Strombergs dermaßen versagen können. Daher habe ich nur das mir wichtig Erscheinende (Nadeln und Ventile) ausgewechselt, mich ein bisschen an der Einstellung versucht und das war’s. Der „Erfolg“ war entsprechend. Zum Vergleich: Meinen Morgan mit Rover V8 habe ich vor 10 Jahren gekauft. Auch dieses Auto hat elektronische Zündung und 4 SU-Vergaser. Es läuft seit einer Dekade völlig problemlos, ohne dass ich auch nur das Geringste daran machen musste.

Mit dieser Philosophie („es muss nicht immer alles perfekt sein, es geht auch mit weniger ...“) bin ich bei meinen Fahrzeugen und meiner zurückhaltenden Fahrweise bis heute eigentlich immer gut zurecht gekommen. Nicht aber beim EV12. Der will’s offenbar anders. Daher waren Ralf und Manfred genau die Richtigen: Sie kennen diesen Typ und wissen, wo sie mit welchen Mitteln und welchem Aufwand ansetzen müssen.

Ich habe bis heute immer versucht, möglichst ohne Neuteile auszukommen und mit gebrauchtem Ersatz hinzukommen. Immerhin kostet beim EV12 ein „systemrelevantes“ Ersatzteil bereits so viel, wie weniger betuchte Mitmenschen benötigen, um monatelang über die Runden zu kommen. Sicher hätte ich bereits am Anfang der Misere einfach ein paar tausend Euro in nagelneue Vergaser und Zündanlage investieren können, aber so dicke habe ich’s wirklich nicht.

Wenn jetzt einer meint, dann hätte ich mir eben nicht ein solch anspruchsvolles Auto anschaffen dürfen, kann ich nur erwidern: Stimmt! Aber jetzt ist das Teil nun mal da und ich bin froh, von allen Seiten - insbesondere natürlich von Manfred und Ralf - fundierte Unterstützung zu bekommen. Ich bin guter Hoffnung, dass ich mit dem Jaguar doch irgendwann mal Spaß haben werde ...

Übrigens: Obwohl das meiner Philosophie (siehe oben) widerspricht, bringe ich die Krümmer nächsten Montag zu einem Motoreninstandsetzer in der Nähe. Ich bin zwar überzeugt, dass mit den neuen Dichtungen an den etwas angegriffenen Flanschen nichts herausbläst, aber - ich habe ja gelernt - für den EV12 ist das Beste gerade gut genug ...

Nichts für ungut und herzliche Grüße

Hajo
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BeitragVerfasst am: Sa 21 März, 2020 15:42    Titel:  

"Apropos Kerzen: Die 3-Elektroden-Bosch-Kerzen, die ich bei ebay für gut 30 Euro gekauft hatte, baue ich - weil nicht gut genug für den Jaguar - in ein anderes Auto ein. Die Iridium-Kerzen, die der V12 sich jetzt gönnt, haben ein Vielfaches davon gekostet."
Die Iridiumkerzem dürften kaum (s.u.) dazu führen, dass der Motor "besser" läuft. Aber sie haben den großen Vorteil, dass sie nur alle 60000 bis 100000 km gewechselt werden müssen.
Der schwierigste Motorlaufbereich ist meiner Meinung nach Standgas. Bei Standgas vagabundiert ein rel. kleines Gemischwölkchen um Brennraum herum. Es wird nicht bei 100% aller Zündungen auch entzündet. Das führt zu einem höheren HC-Ausstoß, weil der Kraftstoff hin und wieder unvebrannt unverbrannt ausgestoßen wird.
Iridiumkerzen haben einen sehr dünnen Elektrodenstift. Das erhöht die Zugänglichkeit der Gemischwolke an den Zündfunken geringfügig (laut Werbung). Ob sich das wirklich im realen Betireb so auswirkt, kann ich nicht sagen. Man müsste es an einem geringfügig niedrigeren HC-Ausstoß theroretisch messen können.
Es bliebt der große Vorteil der langen Wechselintervalle, weil der Elektrodenabbrand von Iridium deutlich geringer ist, als der von herkömmlichem Elektrodenmaterial. Bei Platin ist es ähnlich.
Ich frage mich immer, warum noch nicht alle V12 Motoren in den Limousinen beim letzten Kerzenwechsel mit Iridiumkerzen nachgerüstet wurden, sondern laut darüber gejammert wird, dass der nächste Kerzenwechsel wieder stundenlang dauert und entsprechend kostet.

"Übrigens: Obwohl das meiner Philosophie (siehe oben) widerspricht, bringe ich die Krümmer nächsten Montag zu einem Motoreninstandsetzer in der Nähe. Ich bin zwar überzeugt, dass mit den neuen Dichtungen an den etwas angegriffenen Flanschen nichts herausbläst, aber - ich habe ja gelernt - für den EV12 ist das Beste gerade gut genug ..."

Das ist es wieder, das 'freihändige' Rumfummeln. Wieder eine vermeintliche Abkürzung zum Glück, die sich aber wie manchmal oder dummerweise auch öfter als Weg durch den Sumpf entpuppt. Laut hört man dann das Jammern des "Abkürzers" aus dem tiefen Morast. "Ich bin ein Star-Fummler, holt mich hier raus."

Man braucht für einen "Bauernmotor" wie den genügsamen V12 nicht das Beste, sondern nur das technich und fachlich solide / einwand-freie / angemessene. Riskante Abstriche in der Ersatzteil- oder Reparaturqualität führen zu baldigen weiteren "Übungsstunden". Der kluge Mann genießt fahrend und übt nicht.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza*

*Ex-Oberfummler
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Rainer-HH
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BeitragVerfasst am: Di 24 März, 2020 19:20    Titel:  

Moin Wolfgang,
ich hätte es zu unserem EV12 mit "Bauernmotor" nicht besser schreiben können. Die Karre braucht nur einen der weiß was er tut. Aber das ist wie bei allem im Leben. Wolfgang, schick mir doch bitte per E-Mail ein Angebot zu schwarzem Stoff a la Sonnenschein Qualität für einen E-S2.

Moin Hajo,
Du schreibst:
Zum Vergleich: Meinen Morgan mit Rover V8 habe ich vor 10 Jahren gekauft. Auch dieses Auto hat elektronische Zündung und 4 SU-Vergaser. Es läuft seit einer Dekade völlig problemlos, ohne dass ich auch nur das Geringste daran machen musste.

Wenn DU nichts daran Schrauben musst, fahren Deine Oldis auch. Es geht ja erst los, wenn Du anfängst was daran zu reparieren. ;-) Also Kopf hoch. Der EV12 hat einen sehr einfachen und langlebigen Motor nebst allem drumherum. Der läuft, wenn alles ok ist, ohne große Wartung für 30.000Km, wie jede andere alte Karre auch. Ich wünsche Dir in dieser Saison viel Spaß und Entspannung mit dem EV12. Gute Mechaniker hast Du ja nun.
Gruß Rainer
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BeitragVerfasst am: Di 24 März, 2020 20:28    Titel:  

Wieder eine vermeintliche Abkürzung zum Glück, die sich aber wie manchmal oder dummerweise auch öfter als Weg durch den Sumpf entpuppt.

Das sind wahre Worte. Diese Erfahrung habe ich leider auch schon machen müssen.

Grüße Udo
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BeitragVerfasst am: Sa 28 März, 2020 12:00    Titel:  

Überzeugt!

Sieht jetzt wirklich gut aus.

Puhh, da bin ich aber froh, dass mir das Dschungelcamp erspart bleibt ... :-))




IMG_4834klein.jpg



IMG_4877klein.jpg

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BeitragVerfasst am: Sa 28 März, 2020 17:27    Titel:  

126 Euro netto.
Zwei mal einspannen, zwei mal die Maschine drüber laufen lassen. Wie lange dauert das denn ?
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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BeitragVerfasst am: Sa 28 März, 2020 19:12    Titel:  

Maschine rüsten
2x Werkstück spannen, ausrichten und schleifen / fräsen
Abspannen und Maschine reinigen

da sind doch 60 Minuten rum wie nichts, eine Maschinenstunde ist unter 120€ auch nicht machbar

Also das ist doch ok

Franz
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daimler-v8
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BeitragVerfasst am: Sa 28 März, 2020 21:22    Titel: Krümmer  

Das sehe ich auch so wie Franz. Und wenn ich die Bilder vergleiche vom 20ten März und jetzt, so ist "ordentlich" abgeschliffen worden. Na ja.

Gruß daimler-V8
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Rainer-HH
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BeitragVerfasst am: Sa 28 März, 2020 22:01    Titel:  

Preis ist ok und nur so oder eben neue, dann halten auch die Dichtungen, sonst macht man es immer wieder.

Gruß
Rainer
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kejaguar
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BeitragVerfasst am: Sa 28 März, 2020 22:26    Titel:  

Hallo,
bei diesen komplizierten Formen ist die Fräszeit unerheblich.
Die Rüstzeit macht den Preis.

Ein schönes Wochenende und viel Gesundheit für euch alle von

Klaus
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Rainer-HH
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BeitragVerfasst am: Sa 28 März, 2020 23:02    Titel:  

an meinem eigenen EV12 hatte ich ja keine Probleme mit Undichtigkeiten am Flansch, sondern ich habe mir an einer Hofzufahrt mittig unten an einem Winkel fast einen Mittelpott abgerissen. Letztlich hatte ich einen 80-90 Grad Riss ringsum am hinteren linken Krümmer. Da mitten in der Saison, wickelte ich mir Hitzeschutzband um den ausgestreckten langen Arm und schweißte den Krümmer im eingebauten fahrbaren Zustand von unten mit speziellen Guss-Elektroden mit 5% Kohlenstoffanteil, mit denen ein Vorheizen und langsames Abkühlen des Werkstückes nicht nötig ist. Ich hatte ein paar Brandblasen, aber der Krümmer hält immer noch, ist dicht und das auch nach 6-7 Jahren. Sollte eigentlich nur ein Provisorium werden...

Ja, bleibt alle gesund!

Gruß
Rainer
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Dutton
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BeitragVerfasst am: So 29 März, 2020 0:18    Titel:  

"bei diesen komplizierten Formen ist die Fräszeit unerheblich. Die Rüstzeit macht den Preis."

Stimmt genau. Ich habe mich mit der Chefin darüber unterhalten. Wenn ein normaler eckiger Zylinderkopf geplant wird, kostet das nur pro Zylinder 10 Euro.

Mit den Krümmern hatte der Mitarbeiter aber so seine Probleme. Erst war offen, ob das Ganze überhaupt geht. Einen so eleganten Schraubstock wie in dem Video von Wolfgang (ich habe denen den Link übermittelt) habe man nicht. Das Band vom Bandschleifer (siehe das andere Video), mit dem man zuerst probiert habe, sei in Sekundenschnelle kaputt gegangen, weil das Material zu hart sei. Dann habe man die Krümmer mit zurechtgesägten Aluteilen arretiert, bis die Fräse gepasst habe.

Wenn man das alles berücksichtigt, bin ich mit dem Preis sehr zufrieden. Ich habe denen gesagt, sie sollen die Aluteile schon mal zurücklegen, weil wahrscheinlich in nächster Zeit auch die Krümmer der anderen Seite dran sind ...
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Woolfi
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BeitragVerfasst am: So 29 März, 2020 17:49    Titel:  

Wieder was gelernt.
Hoffentlich klappt jetzt alles und es gibt keine Probleme mehr.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Gatza
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Dutton
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BeitragVerfasst am: Do 09 Apr, 2020 22:52    Titel:  

Hallo zusammen, hallo Wolfgang,

nein, leider hat im Anschluss an die Auspuffkrümmergeschichte nicht alles wie erhofft geklappt.

Die erste ausgiebige Probefahrt habe ich ca. 5 km vor meinem Wohnort in 500-Meter-Etappen beendet: Kein Sprit mehr. Tankzuleitung von Rost und Dreck verstopft. Ich habe die „Tasse“ unter dem Tank ausgebaut und gereinigt, die verstopfte Leitung durchgeblasen und abgelassenes Benzin eingefüllt. Alles wieder gut ...

Die zweite Ausfahrt - zusammen mit meiner Frau (ich war überzeugt, dass jetzt alles ok ist) - habe ich auch vorzeitig beendet, da schon nach ein paar Kilometern Zündaussetzer auftraten. Wir haben es gerade noch so nach Hause geschafft. Ursache wahrscheinlich: Zündschloss. Hohe Übergangswiderstände infolge Alterung und Verschmutzung der Kontakte haben wohl zu einer ansteigenden Erwärmung geführt, die dann den Stromfluss unterbrochen bzw. gestört hat.

Ich habe mir dadurch geholfen, dass ich ein Kabel, das ich mit einem Schalter unter dem Armaturenbrett unterbrechen kann, direkt von der Batterie (abgesichert mit einer 10A-Sicherung) an Zündspule und Benzinpumpe gelegt habe. Damit ist auch dieses elektrische Problem - vorerst provisorisch - gelöst; demnächst werde ich die Kontaktplatte am Zündschloss ersetzen.

Die dritte Ausfahrt ging dann tatsächlich 250 km weit gut - bis zur Tankstelle ca. 50 km von zuhause weg. Nach dem Tanken von ca. 40 Litern sind wir noch 3 km weit gekommen, bis der Wagen spontan und ohne Vorwarnung stehen blieb. Mit mehrmaligem Starten haben wir es dann noch bis zu einem nahe gelegenen Wanderparkplatz geschafft, von dem aus wir „hoch auf dem gelben Wagen“ (ADAC) nach Hause gebracht wurden. Nach stundenlangem romantischem Kuscheln im Auto bei Vollmond waren wir um 23 Uhr wieder daheim.

Hier kam Einiges zusammen: Beim Tanken ist wohl so viel Dreck im Tank aufgewirbelt worden, dass nach kurzer Zeit die Benzinleitung erneut verstopft war. Und das anschließende mehrmalige Starten hat dann dem Anlasser den Rest gegeben.

Am letzten Mittwoch hat Manfred, der mich derzeit permanent mit Rat und Tat begleitet, es sich nicht nehmen lassen, die weite Reise von Dreieich nach Nörvenich zu unternehmen (natürlich mit seinem perfekten EV12 bei strahlend schönem Wetter), um mal nach dem Rechten zu sehen. So wurde sofort nach seiner Ankunft um 10 Uhr morgens der Tank geöffnet und von Dreck und losem Rost befreit. Die erstaunlichste Feststellung dabei war: Die Ansaugleitung war - warum auch immer - ca. 5 cm oberhalb der Rohröffnung geknickt bzw. gequetscht. Das führte natürlich schon bei den ersten Rostkrümeln zum „Arterienverschluss“.

Zusammen haben wir dann den neuen Hochleistungsanlasser eingebaut (ziemliche Frickelei, an die ich mich alleine wohl nicht rangetraut hätte), den Limora dankenswerterweise per UPS-Express „just in time“ geliefert hatte. Anschließend hat Manfred die Vergaser nochmals fein eingestellt, die gesamte Elektrik und die Zündung überprüft sowie noch etliche weitere Kontroll- und Verbesserungsarbeiten vorgenommen.

Dummerweise (meiner Diva fällt erfahrungsgemäß immer noch was ein) trat auf der abschließenden Probefahrt ein pfeifendes/zischendes/schabendes Geräusch auf, das ich auf mechanische Ursachen zurückführte. Manfred war aber wieder mal auf der richtigen Spur, indem er durch verschiedene „Tricks“ nachwies, dass die Dichtungen zwischen den Vergasern bzw. den Vorwärmkammern der rechten Zylinderbank und den Ansaugkrümmern die Übeltäter sind. Dieses Problem sollte durch den Einbau neuer Dichtungen zu lösen sein, die ich aber leider erst nach Ostern erwarten kann. :-((

Der letzte Mittwoch war ein langer Tag; erst nach 20 Uhr abends hat Manfred den Heimweg nach Dreieich angetreten. Das gemeinsame Schrauben an so einem interessanten und komplexen Auto wie dem EV12 hat richtig Spaß gemacht. Die Zeit ist wie im Flug vergangen und ich habe viel von Jemandem gelernt, der sich mit dem EV12 allerbestens auskennt. Ich bin dankbar dafür, dass ich mit Hilfe des Forums die Bekanntschaft von Manfred machen durfte. Ohne ihn wäre ich sicher heute noch „am unsystematischen Rumbasteln“ und ohne den Genuss, einen leibhaftigen 12-Zylinder-Jaguar - meinen eigenen - in Aktion zu erleben.

Ich gehe einfach mal davon aus, dass die Hauptmängel an meinem Auto jetzt behoben sind (wenn es fährt, läuft es super). Sicher bin ich aber nicht, denn - wie gesagt - ihm fällt immer noch was ein, mit dem es mich ärgern kann. Sollte das so sein, werde ich Euch das selbstverständlich nicht vorenthalten ...

Bis dahin viele Grüße

Hajo




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Dutton
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BeitragVerfasst am: Do 09 Apr, 2020 22:54    Titel:  

Noch ein paar Bilder ...



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Rainer-HH
Moderator
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BeitragVerfasst am: Fr 10 Apr, 2020 8:00    Titel:  

Hallo Hajo,

Du hast ja Erlebnisse und dann auch noch im Beisein Deiner Frau, nicht gut ;-) Da hat man Dir aber eine Möhre angedreht, bzw. Du hast viel Pech gehabt. Es freut mich, dass Ihr Euch gefunden habt und Du nun viel von Manfred lernen kannst. Irgend wann hast Du alles mal durchrepariert und gewechselt. Dann beginnt der Spaß. Schau, ich habe seit einigen Jahren nichts mehr wichtiges reparieren müssen, nur fahren.

Ihr habt den total verrosteten Tank drin gelassen? Über meinen Kumpel Martin hätten wir noch einen originalen neuen Tank liegen. Den könntest Du sicher günstig bekommen, gib Bescheid. Bei ihm wurde es nun doch ein 100 Liter Tank. Jeder wie er mag. Wenn er mit dem 6.0l XJR Motor fertig ist, kostet das Cabrio 250T€. Ist für ihn nur Hobby und Spaß.

Ich werde heute alleine bei dem herrlichen Sonnenschein eine EV12 Coupé Tour an die Elbe machen. Noch sinds bei Nordwest Wind hier im hohen Norden nur 2 Grad. Also ab Mittag gemütlich mit Heizung das Leben genießen...

Frohe Ostern Dir und allen anderen.
Rainer
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Nichtschwimmer
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BeitragVerfasst am: Fr 10 Apr, 2020 8:26    Titel:  

Moin,

den Tank würde ich auf jeden Fall austauschen. Sanieren durch eine.Profi kommt kaum günstiger als eine neuer. Selbst sanieren würde ich lassen, einige Bekannte haben das relativ schnell wieder Ärger gehabt. Jetzt da er läuft geht's darum nach und nach alles nachhaltig alle Mängelchen zu beheben.

Grüsse Udo
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BeitragVerfasst am: Di 21 Apr, 2020 22:34    Titel:  

Und weiter geht`s:

Der Deal mit Rainers Kumpel Martin hat hervorragend geklappt, ich habe den neuwertigen Tank von ihm zu einem fairen Preis erwerben können. Den Einbau werde ich aber erst im Winter vornehmen; eine Zeit lang müsste es noch mit dem alten Tank funktionieren: Der ist gereinigt, die geknickte Ansaugleitung wurde begradigt und mit einem Papierfilter versehen. Von daher dürfte in absehbarer Zeit nichts verstopfen, zumal ich zusätzlich noch einen besonders großen Benzinfilter vor der Pumpe installiert habe.

Das nächste Defizit zeigte sich dann auf der rund 300 km langen Probefahrt (das Auto hat immerhin durchgehalten) durch die Eifel: Die Temperatur der Kühlflüssigkeit steigt zu sehr an.

Das Kühlmittel wird schon bei Außentemperaturen zwischen 20 und 25 Grad deutlich zu heiß (kaum auszudenken, was bei > 30 Grad passiert). Auf gerader Strecke, wo der Motor sich nicht anstrengen muss, blieb es bei ca. 90 Grad, aber sobald wir eine längere Steigung rauf mussten, wurden die 100 Grad überschritten. Mittlere Panikattacken bekam ich dann bei der Ortsdurchfahrt von Mayen, wo uns mehrere Ampeln beglückten. Ich war froh, als wir das Stadtgebiet endlich verlassen hatten und sich die Maschine langsam wieder abkühlen konnte.

Zuhause habe ich dann den Kühler ausgebaut (ging locker in weniger als einer Stunde). Der sieht äußerlich aus wie neu, aber die Prüfung mit dem Wasserschlauch ergab, dass er sehr wahrscheinlich teilweise verstopft/verkalkt/zugesetzt ist. Ich schwankte dann zwischen der Beauftragung eines mir wärmstens empfohlenen, auf Oldtimer spezialisierten Kühlerbauers und dem Kauf eines neuen Kühlers, möglichst aus Aluminium. Nach langer Recherche habe ich mich schließlich für einen in China hergestellten Kühler entschieden. Das Teil kostet 280 englische Pfund einschließlich Versand, zusätzlich werde ich noch ca. 70 Euro Zoll und Gebühren berappen müssen. Die Lieferung ist - viel schneller als erwartet - für den 24.04. angekündigt, hoffentlich macht der Zoll nicht wieder Zicken ...

Ich habe mich für diesen Kühler entschieden, nachdem ich mit einem solchen Teil desselben Herstellers für sage und schreibe 140 Pfund mit meinem Ford Mustang die besten Erfahrungen gemacht hatte. Das Auto hatte lange enorme Hitzeprobleme; jetzt mit dem neuen halb so großen Alu-Kühler steht die Anzeige wie festgetackert in der Mitte der Temperaturskala. Ich werde zu gegebener Zeit berichten, wie sich das China-Teil in meinem Jaguar macht.

Und dann ist da noch dieses ominöse Geräusch, das sich am Ende des gemeinsamen Aktionstags von Manfred und mir auf der abschließenden Probefahrt zeigte. Ich habe gestern die 6 Ansaugkrümmerdichtungen der linken Zylinderbank (die rechte ist ja bereits komplett überholt) erneuert. Mal schauen, ob es was genützt hat.

Und ich habe heute von Limora sämtliche Kleinteile bekommen, die ich brauche, um die linke Auspuffseite zu überholen (Dichtungen, Stehbolzen, Muttern, Scheiben), wobei ich selbstverständlich auch die linken Krümmer planen lassen werde. Aber auch diese Arbeiten werde ich in den Herbst/Winter verschieben. Erst mal muss das Auto richtig ans Laufen kommen!!

Es bleibt spannend!

Viele Grüße

Hajo
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Rainer-HH
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BeitragVerfasst am: Mi 22 Apr, 2020 18:32    Titel:  

Hallo Hajo,

wenn Du etwas hier im Forum suchst, was als Sponsor natürlich viel komfortabler ist, stößt Du auf viele Artikel von mir und anderen EV12 Fahren, da viele schon mit zu viel Hitze gekämpft haben.

Der originale EV12 läuft eben bei um 90 Grad. Bei 93-95 Grad schaltet der Otterswitch die popligen kleinen beiden Lüfter an, aber die Wassertemperatur steigt dann wegen der Trägheit noch weiter auf 100 Grad. Die Zylinderkopftemperatur liegt dann schnell bei 110+ Grad.

Mein EV12 wird auch bei 30 Grad mit oder ohne Klimabetrieb nie heißer als 85-87 Grad Wasserthemperatur im Stand. Beim Wort "NORMAL" in der Anzeige gehen meine Lüfter bei "OR" um 82 Grad an, dann geht die Temperatur bis "RM" um 85 Grad und geht dann bei "NO" wieder aus. Beim Cruisen liegt die Temperatur dann immer bei "OR". Unter 15 Grad muss ich mit 50% Pappe zwischen Kühler und Condensator fahren, sonst bleibt die Temperatur beim Fahren 0-5mm unter "N". Mit Pappe ist alles wieder wie im Hochsommer. Einfach genial. :-)

- Aluhochleistungskühler von SNG für um 900€, bringt ca. 30% höhere Kühlwirkung.
- High Flow Wasserthermostate mit 72 Grad und mit größerem Ventil mit 50% mehr Durchfluss. Dadurch wird die Hystere zwischen warm - heiß - warm usw. kleiner. Der Durchfluss höher, weil der Aluhochleistungskühler das auch braucht.
- wichtig ist, dass die ALLE EV12 Wasserthermostate im ausgedehnten heißen Zustand mindestens 52mm lang sind, damit der Bypass im heißen Zustand 100% zu ist, sonst fließt heißes nicht gekühltes Kühlwasser direkt über den Bypass zur Wasserpumpe. Denn die lichte Höhe Thermostatgehäuse zum Bypassloch beträgt 52mm. Die meisten verkauften 82 Grad Sommer Edelstahl Wasserthermostate, die eigentlich nur für den XJ12 HE, andere Engländer, Ford usw. sind, sind kalt nur um 33mm und heiß nur 49mm lang, Also zu kurz. Also unbedingt und ganz einfach eine 3-4mm dicke Unterlegscheibe unter den Bypassfuss schweißen. Dauert 5min. Unbedingt mit Loch, damit das Röhrchen im Fuß sich ausdehnen kann.
- wichtig ist, dass die beiden ca. 12mm dünnen Zylinderkopf-Abfluss-Kühlerschläuche zum Ausgleichsbehälter offen sind!
- alternativ kannst Du auch die Wasserthermostate vom Triumph Stag kaufen. Die gibt es aus Edelstahl in 74 Grad, aber auch zu kurz, daher auch hier eine 3mm Unterlegscheibe unter den Fuß schweissen.
- ich verbaute 2 x bürstenlose 2-stufige Golf-2 Lüfter für Anhängerkupplung. Je 25€ aus EBay. Erste Stufe 2 x 150W über einen stufenlosen Thermostatschalter mit Kapilarröhrchen mit Fühler oben im linken Kühlerschlauch mit nur 2 Grad Schalthysterese parallel zum originalen Otterswitch angeschlossen, den ich auch 82 Grad eingestellt habe. Bei Klima 2x150W Dauerbetrieb. Im Notfall kann ich per Schalter im Cockpit die 2te Stufe mit 2x250 Watt zuschalten. Braucht man aber nicht. Benutze ich im Hochsommer nur 2-3 min bevor ich den Motor anstelle, damit es nicht zu einer nachträglichen hohen Stauwärme kommt
- wichtig ist auch das obere Windblech nebst Schaumstoffdichtung zwischen Kühler und Motorhaube, damit die gesamte angesaugte Lüfterluft und natürlich bei Last der gesamte Fahrtwind durch den Wasserkühler muss

Und nur so habe ich keine Probleme mit einem heißem Motor, aber dafür mehr Leistung und schont die Zylinderkopfdichtung. Aber auch unter der Motorhaube wird es nur warm und es werden alle anderen Dinge wie Getriebe, Vergaser, Ansaugluft, Batterie, Zündung, Klimakompressor, usw. nicht heiß. Aber auch das Blech zum Innenraum wird nicht heiß und somit mir bzw. meiner Frau nicht ;-). Und bei 30 Grad mache ich einfach die Klima an und genieße bei 16-17L/100Km den EV12.

VG
Rainer
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